Aromatherapie

1.0 Aromatherapie, was ist das?

Aromatherapie ist die Anwendung von Duftstoffen zur Linderung von Krankheiten oder Unwohlsein. Dazu können die Duftstoffe in der Raumluft verdunstet und so inhaliert werden. Hierfür tropft man das Duftöl in eine Duftlampe oder auf einen Duftstein. Es gibt auch die Anwendung über die Haut zum Beispiel in Form von Badezusätzen oder Massageölen, wobei natürlich die Düfte zusätzlich auch inhaliert werden.

1.1 Was ist ein ätherisches Öl?

Ätherisches Öl wird aus Pflanzen gewonnen, es ist in der Regel flüssig und ölartig, es hat einen charakteristischen Duft. Es ist mischbar mit fettigen Stoffen oder Lösungsmitteln, aber nicht löslich in Wasser. Ätherische Öle verflüchtigen sich, wenn man sie offen stehen lässt. Es handelt sich bei ätherischen Ölen um komplexe Gemische aus vielen verschiedenen Substanzen.

1.2 Woran erkenne ich ein reines ätherisches Öl?

Man sollte naturbelassene oder natürliche Öle verwenden, da diese tatsächlich aus Pflanzen gewonnen werden. Naturidentische oder künstliche Öle sind synthetisch hergestellt und ahmen den Duft der „echten“ Öle nur nach.
Verfälschung oder Streckung mit fettem Öl erkennt man, indem man einen Tropfen des Öls auf ein Filterpapier (Kaffeefiltertüte) aufträgt. Reines ätherisches Öl verdunstet in kurzer Zeit vollständig und hinterlässt keinen bleibenden Fleck. Bei fettem Öl bleibt ein Fettfleck zurück.

2. Kann das auch schädlich sein?

Ja, ätherische Öle sind konzentrierte Gemische hochwirksamer Substanzen. Deswegen ist eine gewisse Vorsicht im Umgang mit ätherischen Ölen auf jeden Fall angebracht!
Bei der Anwendung von ätherischem Öl auf der Haut kann es zu Hautreizungen oder allergischen Reaktionen kommen. Am besten mischt man nur einige Tropfen des ätherischen Öls mit einem hochwertigen, hautfreundlichen Trägeröl (zum Beispiel Mandelöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl). Allergiker oder Patienten mit Hauterkrankungen sollten auf die Anwendung auf der Haut vorsichtshalber verzichten.
Asthmapatienten sollten nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, denn es könnte ein Asthmaanfall ausgelöst werden.
Ätherische Öle mit Menthol (Minzöl, Pfefferminzöl) dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht verwendet werden, insbesondere nicht im Gesicht in der Nähe von Mund oder Nase. Es besteht nämlich die Gefahr, dass es zu einem Atemstillstand kommt.
Einige ätherische Öle dürfen nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Das gilt zum Beispiel für Fenchelöl und Rosmarinöl.
Zu beachten ist auch, dass ätherisches Öl leicht entzündlich ist. Also nicht mit offenen Flammen in Kontakt bringen!

3.0 Welche Wirkung können die Düfte haben?

Auf der einen Seite gibt es nachweisbare pharmakologische Wirkungen von ätherischen Ölen auf den menschlichen Körper.
Auf der anderen Seite ist es so, dass Düfte eine ganz individuelle Wirkung auf unser Gefühlsleben haben können. Ein bestimmter Geruch kann schlagartig eine Erinnerung in uns wachrufen. Wenn wir ein bestimmtes Parfüm riechen, denken wir manchmal an einen Menschen, der dieses Parfüm gerne trägt. „Kindheitsdüfte“ erinnern uns an Situationen von damals und können ein heimeliges Wohlgefühl in uns auslösen. Beim Duft von Tannennadeln, Kerzenwachs und Lebkuchen kommen wir in Weihnachtsstimmung. Auch negative Gefühle können durch bestimmte Gerüche ausgelöst werden, wenn wir eine schlechte Erfahrung aus unserer Vergangenheit mit diesem Geruch verbinden.

3.1 Welcher Duft kann was bewirken?

Anisöl:

Das ätherische Anisöl wird aus den Früchten der Anispflanze gewonnen. Anisöl wirkt bei Husten schleimlösend und auswurffördernd. Auch eine krampflösende Wirkung ist belegt. Der würzig-süße Duft kann hilfreich sein bei Erkältung mit schleimigem Husten.

Bergamottöl:

Die Bergamotte ist eine Zitrusfrucht. Aus ihren Fruchtschalen gewinnt man durch Pressung das ätherische Bergamottöl. Es wird sehr häufig in der Parfümherstellung verwendet (zum Beispiel im „Kölnisch Wasser“) und es ist die Aromazutat des Earl-Grey-Tees. Der frische und fruchtige Duft des Bergamottöls kann eine stimmungsaufhellende Wirkung haben, wirkt entspannend und fördert die gute Laune.

Citronenöl:

Das ätherische Citronenöl wird durch Pressung aus den Schalen von Zitronen gewonnen. Es hat eine belebende und konzentrationsfördernde Wirkung.

Eucalyptusöl:

Das ätherische Eucalyptusöl erhält man durch Wasserdampfdestillation aus den jungen Blättern und Triebspitzen der aus Australien stammenden Eukalyptusbäume. Es wird bei Erkältung eingesetzt.

Fenchelöl:

Fenchelöl wird aus Fenchelfrüchten gewonnen. Es wirkt krampflösend im Magen-Darm-Trakt und erleichtert bei schleimigem Husten das Abhusten. Zur Inhalation kann es bei Erkältung mit Husten eingesetzt werden.

Fichtennadelöl:

Aus den frischen Trieben (Zweigspitzen mit Nadeln) der Fichtenbäume kann ätherisches Fichtennadelöl gewonnen werden. Es wird bei Erkältung eingesetzt.

Kamillenöl:

Ätherisches Kamillenöl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten der Echten Kamille. Es hat eine blaue Farbe, durch den Inhaltsstoff Chamazulen (entsteht erst bei der Destillation). Kamillenöl kann hilfreich sein bei Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungen sowie Haut- und Schleimhautentzündungen.

Kiefernnadelöl:

Das ätherische Kiefernnadelöl gewinnt man aus den frischen Triebspitzen verschiedener Kiefernarten. Es wird bei Erkältung eingesetzt.

Kümmelöl:

Aus den Früchten des Kümmels gewinnt man das ätherische Kümmelöl. Kümmel wirkt krampflösend und blähungstreibend. Man kann Kümmelöl (verdünnt mit fetten Ölen,z.B. Mandelöl) zur Bauchmassage bei Bauchkrämpfen und Blähungen anwenden.

Lavendelöl:

Frische Lavendelblüten werden zur Gewinnung des Lavendelöls eingesetzt. Der Duft von Lavendelöl wirkt beruhigend und kann daher bei Stress, Aufregung und Nervosität helfen.

Minzöl:

Minzöl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem frischen, blühenden Kraut der Japanischen Minze (Ackerminze) gewonnen. Ein Teil des Menthols wird aus dem Minzöl entfernt, der Mentholgehalt im fertigen ätherischen Minzöl liegt dann bei 25-40%. Minzöl kann gegen Übelkeit, bei Magen-Darm-Beschwerden, bei Erkältung und bei Kopfschmerzen verwendet werden.

Nelkenöl:

Das ätherische Nelkenöl stammt aus Gewürznelken. Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen vom Gewürznelkenbaum (ein großer Baum, der in den Tropen wächst). Nelkenöl wirkt antiseptisch und örtlich betäubend. Daher wird es in der Zahnheilkunde und bei Mundschleimhautentzündung eingesetzt. Der Duft des Nelkenöls kann wie Citrusöle Insekten fernhalten. Nelkenöl passt gut in Weihnachtsduftmischungen.

Pfefferminzöl:

Man stellt das Pfefferminzöl durch Wasserdampfdestillation aus den frischen, blühenden Zweigspitzen der Pfefferminze her. Der Mentholgehalt des Pfefferminzöls liegt bei 35-45%. Pfefferminzöl kann zur Inhalation bei Erkältung eingesetzt werden. Äußerlich auf Stirn, Nacken oder Schläfen aufgetragen, kann es bei Spannungskopfschmerzen lindernd wirken.

Rosenöl:

Das kostbare und teure Rosenöl wird wird aus den Blütenblättern verschiedener duftender Rosenarten gewonnen. Es wird in der Parfümherstellung benutzt. Der liebliche Duft wird als angenehm und wohltuend empfunden und hat auch eine beruhigende Wirkung.

Rosmarinöl:

Ätherisches Rosmarinöl wird aus den Blättern des Rosmarins gewonnen. Es wirkt kreislaufanregend und verdauungsfördernd. Der Rosmarinduft kann auch bei Erschöpfung und Stress eingesetzt werden.

Version 1, Stand 10/2017

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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