Bauchkrämpfe

1.0 Was sind Bauchkrämpfe?

Bei einem Bauchkrampf (englisch: „abdominal cramp, stomach cramp“) spannt sich die Muskulatur im Bauchbereich krampfartig und schmerzhaft an. Das geht meist von der glatten Muskulatur aus, welche die inneren Organe umgibt, also zum Beispiel den Magen, den Darm, die Blase oder die Gebärmutter. Aber auch die Bauchmuskeln selber können sich verkrampfen. Sehr starke, wehenartige Bauchkrämpfe bezeichnet man auch als Koliken.
Für Bauchkrämpfe kommen verschiedene Ursachen in Frage. Sie sind eine häufige Begleiterscheinung bei Durchfällen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Magen-Darm-Infekten. Bei Frauen treten Bauchkrämpfe häufig im Zusammenhang mit der Regelblutung auf. Aber auch Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, das Reizdarmsyndrom oder eine Blinddarmentzündung können mit Bauchkrämpfen einhergehen.

1.1 Bauchkrämpfe in der Schwangerschaft

Bauchkrämpfe, Ziehen im Bauch und Bauchschmerzen können in allen Phasen der Schwangerschaft auftreten. Meistens stecken ganz normale Vorgänge dahinter, wie das Wachstum der Gebärmutter oder die Mutterbänder, die gedehnt werden. Auch Verstopfung, die durch die Schwangerschaftshormone verursacht wird, ist eine mögliche Ursache für Bauchschmerzen und Krämpfe.
Bei leichten Beschwerden hilft es oft, wenn Sie sich ausruhen. Legen Sie sich hin und lagern Sie die Beine hoch. Entspannen Sie sich mit Hilfe einer Wärmflasche oder mit einem warmen Bad.
Wenn bei Ihnen in der Schwangerschaft schwere oder anhaltende Bauchkrämpfe auftreten, nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrer Frauenärztin oder zu Ihrer Hebamme auf!

1.2 Bauchkrämpfe beim Baby

Manche Säuglinge leiden in den ersten drei Lebensmonaten unter schmerzhaften Blähungen, den sogenannten Dreimonatskoliken. Das führt dazu, dass diese Babys laut und lange schreien. Das Bäuchlein ist aufgebläht, die Beinchen werden angezogen und man hört es im Bauch rumpeln. Gehen Sie auf jeden Fall zuerst mit Ihrem Baby zum Kinderarzt, um zu klären ob es sich wirklich um Dreimonatskoliken handelt! Die Dreimonatskoliken sind zwar für das Baby schmerzhaft und für alle Beteiligten anstrengend, aber ansonsten nicht gefährlich. Glücklicherweise hören die Beschwerden in der Regel nach drei bis vier Monaten schlagartig auf. Die geplagten Eltern können dem Kind mit folgenden Maßnahmen helfen:

  • Umhertragen im Fliegergriff
  • Nach dem Füttern und ggf. auch zwischendurch das Baby Bäuerchen machen lassen
  • Wärmflasche bzw. warmes Kirschkernkissen auf den Bauch legen (nicht zu heiß!)
  • Bäuchlein-Massagen, hierbei können auch Ölmischungen oder eine Salbe mit ätherischen Ölen eingesetzt werden. Massieren Sie sanft mit der flachen Hand in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn rund um den Bauchnabel, bis die Blähungen abgehen.
  • Fencheltee oder Fenchel-Anis-Kümmel-Tee zum Trinken geben (aus dem Fläschchen oder mit dem Löffel)
  • Geben Sie dem Baby zu jeder Mahlzeit Tropfen mit dem Wirkstoff Simeticon. Dieses Mittel wirkt auf rein physikalische Weise entschäumend gegen Gasansammlungen im Darm und ist daher gut verträglich. Gestillte Kinder bekommen die Tropfen vom Löffel oder einfach direkt in den Mund. Flaschenkinder bekommen die Tropfen zusammen mit der Milchnahrung im Fläschchen.
  • Anthroposophische Zäpfchen mit dem Hauptbestandteil Kümmel

1.3 Bauchkrämpfe bei Durchfall

Durchfall, zum Beispiel im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts, geht häufig mit Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen einher. Hier sind es die glatten Muskeln der Verdauungsorgane (Magen und vor allem Darm), die krampfartig angespannt sind. Neben der Bekämpfung des zugrunde liegenden Durchfalls kann man mit Wärme in Form von Wärmflasche oder Kirschkernkissen für Erleichterung sorgen. Auch ein warmer Tee tut gut. Kamillentee und Pfefferminztee wirken spasmolytisch, das heißt sie tragen dazu bei den Krampf zu lösen. Heidelbeertee oder schwarzer Tee wirken durch ihren Gerbstoffgehalt sanft gegen den Durchfall.

1.4 Bauchkrämpfe während der Periode

Im Zusammenhang mit der Regelblutung leiden viele Frauen unter Bauchkrämpfen. In diesem Fall ist es die glatte Muskulatur der Gebärmutter, die sich zusammenzieht, um die zuvor aufgebaute Schleimhaut abzustoßen und auszuscheiden. Oft hilft eine Wärmflasche oder eine Tasse Tee. Es gibt auch Wärmaauflagen, die man unterwegs oder bei der Arbeit unauffällig unter der Kleidung tragen kann. Auch krampflösende und schmerzstillende Medikamente können gegen diese Art von Bauchkrämpfen eingesetzt werden, zum Beispiel eine Kombination aus dem Schmerzmittel Paracetamol mit dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid. Diese Kombination ist als Zäpfchen oder Filmtabletten erhältlich.

1.5 Bauchkrämpfe beim Harnwegsinfekt

Ein häufiges Symptom bei Harnwegsinfekten sind krampfartige Unterleibsschmerzen. In diesem Fall ist es die glatte Muskulatur der Harnblase und der ableitenden Harnwege, die schmerzhaft angespannt ist. Auch hier tut Wärme in Form von Wärmflasche oder Kirschkernkissen gut. Es gibt auch Wärmaauflagen, die man unterwegs oder bei der Arbeit unauffällig unter der Kleidung tragen kann. Als Tee verwendet man sinnvollerweise Pflanzen mit harntreibender Wirkung, wodurch eine vermehrte Durchspülung der Blase erreicht werden soll (zum Beispiel Goldrute, Schachtelhalm, Birkenblätter, Hauhechel, Brennessel).

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Wenn Bauchkrämpfe plötzlich auftreten, sehr stark und sehr schmerzhaft sind.
  • Bei Bauchkrämpfen in der Schwangerschaft
  • Wenn Babys oder Kleinkinder Bauchkrämpfe haben
  • Wenn weitere Symptome hinzukommen wie Fieber, Atemnot, Kreislaufschwäche, Blut im Stuhl, oder besorgniserregender Gewichtsverlust.

3. Welche Hausmittel kann man bei Bauchkrämpfen versuchen?

  • Wärme entspannt, legen Sie sich ausgestreckt hin mit einer Wärmflasche oder einem warmen Kirschkernkissen auf dem Bauch.
  • Atemübungen können ebenfalls zur Entspannung des Bauchs beitragen. Legen Sie sich ausgestreckt hin und atmen Sie bewusst tief in den Bauch hinein langsam ein und aus.
  • Auch eine leichte Bauchmassage kann bei krampfartigen Bauchschmerzen gut tun.
  • Probieren Sie es mit einer Tasse Tee, möglichst warm getrunken. Gut geeignet sind zum Beispiel Kamillentee, Fenchel-Anis-Kümmeltee oder Pfefferminztee.

4. Welche Medikamente sind zur Behandlung von Bauchkrämpfen zugelassen?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

Wenn ihr Kind über krampfartige Bauchschmerzen klagt, versuchen Sie es am besten erst einmal mit Ruhe und Zuwendung. Das Kind darf sich hinlegen und ausstrecken. Es bekommt eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf den schmerzenden Bauch. Dann darf es einen warmen Tee trinken, gut geeignet sind Kamillentee oder Fencheltee. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind und fragen Sie nach, was es auf dem Herzen hat. Gerade bei Kindern sind Bauchschmerzen oft eine Folge von Sorgen, Ängsten, Ärger oder Stress.

Sollten sich die Bauchkrämpfe dadurch nicht beheben lassen, länger anhalten oder immer wiederkehren, dann steht ein Besuch beim Kinderarzt an.

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Wenn ihr Kind über krampfartige Bauchschmerzen klagt, versuchen Sie es am besten erst einmal mit Ruhe und Zuwendung. Das Kind darf sich hinlegen und ausstrecken. Es bekommt eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf den schmerzenden Bauch. Dann darf es einen warmen Tee trinken, gut geeignet sind Kamillentee oder Fencheltee. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind und fragen Sie nach, was es auf dem Herzen hat. Gerade bei Kindern sind Bauchschmerzen oft eine Folge von Sorgen, Ängsten, Ärger oder Stress.

Sollten sich die Bauchkrämpfe dadurch nicht beheben lassen, länger anhalten oder immer wiederkehren, dann steht ein Besuch beim Kinderarzt an.

Bei leichten bis mäßig starken Krämpfen im Bereich von Magen und Darm kann man Dragees oder Zäpfchen mit dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid anwenden. Kinder ab sechs Jahren können dreimal täglich 1 bis 2 Dragees unzerkaut mit Wasser schlucken oder dreimal täglich ein Zäpfchen einführen.

Alternativ kann man bei krampfartigen Bauchschmerzen auch ein pflanzliches Mittel in Tropfenform einsetzen. In diesen Tropfen sind mehrere Heilpflanzen miteinander kombiniert, die sich in ihrer Wirkung ergänzen. Dadurch reguliert das Mittel die Magen-Darm-Bewegung, wirkt aber auch krampflösend und bekämpft Blähungen. Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren nehmen dreimal täglich 15 Tropen in etwas Flüssigkeit verdünnt vor oder zu den Mahlzeiten ein. Die Tropfen enthalten herstellungsbedingt Alkohol (31Vol%), was aber bei der tropfenweisen Anwendung nur eine sehr geringe Alkoholzufuhr bedeutet.

Erwachsene

Zur Behandlung von Bauchkrämpfen wird der Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid eingesetzt. Diese Substanz ist ein sogenanntes Spasmolytikum, das heißt sie löst Krämpfe im Bereich der glatten Muskulatur der inneren Organe. Es gibt das Mittel auch kombiniert mit dem Schmerzmittel Paracetamol. Sie können für die Anwendung zwischen Dragees und Zäpfchen wählen.

Alternativ kann man bei krampfartigen Bauchschmerzen auch ein pflanzliches Mittel in Tropfenform einsetzen. In diesen Tropfen sind mehrere Heilpflanzen miteinander kombiniert, die sich in ihrer Wirkung ergänzen. Dadurch reguliert das Mittel die Magen-Darm-Bewegung, wirkt aber auch krampflösend und bekämpft Blähungen. Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren nehmen dreimal täglich 20 Tropen in etwas Flüssigkeit verdünnt vor oder zu den Mahlzeiten ein.

Homöopathie

Zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden der Verdauungsorgane gibt es ein zusammengesetztes homöopathisches Mittel in Form von Tabletten oder Zäpfchen. Erwachsene nehmen bei akuten Beschwerden alle 15 Minuten 1 Tablette über einen Zeitraum von maximal 2 Stunden. Zäpfchen werden im akuten Fall stündlich (maximal sechs Zäpfchen täglich) eingeführt.

Version 1, Stand 05/2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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