Fieber

1.0 Was ist Fieber?

Bei Fieber (englisch: fever, temperature) handelt es sich um eine Erhöhung der Körpertemperatur infolge einer Abwehrreaktion. Das ist ein typisches Symptom bei Infektionskrankheiten, besonders zu Beginn der Infektion. Der Körper stellt die Solltemperatur höher. Bei der erhöhten Körpertemperatur laufen Abwehrreaktionen schneller ab. Es handelt sich dabei also um einen natürlichen Abwehrmechanismus, der nicht zwingend mit fiebersenkenden Mitteln unterdrückt werden muss. Dennoch stellt Fieber auch eine Belastung für den Körper dar und unter Umständen sogar eine Gefahr. Deswegen sollte hohes Fieber oder lang anhaltendes Fieber durch Medikamente gesenkt werden.

1.1 Ab welcher Temperatur spricht man von Fieber?

erhöhte Temperatur 37,5 – 38,5°C
leichtes Fieber 38,5 – 39,5°C
hohes Fieber über 39,5°C

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Wenn besonders gefährdete Personengruppen, wie Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere oder hochbetagte, kranke Menschen Fieber bekommen.
  • Wenn hohes Fieber über 39,5°C länger als 24 Stunden anhält.
  • Auch bei weniger hohem Fieber, wenn es länger als 7 Tage anhält.
  • Bei schlechtem Allgemeinzustand.

3. Fiebermessen

3.0 An welchen Körperstellen kann Fieber gemessen werden?

Man kann an verschiedenen Stellen des Körpers die Temperatur messen. Dabei erhält man jedoch je nach Körperstelle und Meßmethode unterschiedliche Werte. Daher dürfen Ergebnisse von verschiedenen Messorten nicht miteinander verglichen werden!

  • rektal, also im Po: ergibt die zuverlässigsten Messwerte, die rektal gemessene Temperatur kommt der Körperkerntemperatur am nächsten
  • axillar, also unter der Achsel: relativ unzuverlässig, die Messung dauert lange, die Werte sind im Vergleich zur rektalen Messung um ca. 0,5° niedriger
  • sublingual, also unter der Zunge: die Werte sind im Vergleich zur rektalen Messung um 0,3-0,5° niedriger
  • im Ohr: schnelle Messung, wichtig ist es, das Ohr während der Messung nach oben und hinten zu ziehen, damit der Gehörgang gerade ist
  • an der Stirn oder Schläfe: hier wird die Oberflächentemperatur der Hautoberfläche gemessen, die Haut muss dafür trocken sein

3.1 Welche Thermometer-Arten kann man zum Fiebermessen benutzen?

  • Glasthermometer: klassisch mit Quecksilberfüllung (der Verkauf von Quecksilberthermometern ist in der EU inzwischen verboten), heute mit Galinstan oder Alkohol gefüllt, preiswert, zuverlässig, braucht keine Batterie, aber zerbrechlich, Messung dauert relativ lange, Anwendung erfordert eine gewisse Übung (Ablesung, Runterschütteln)
  • Digitalthermometer: preiswert, zuverlässig, bruchfest, einfach in der Anwendung, braucht aber Batterien
  • Ohrthermometer: schnelle Messung (im Sekundenbereich, dadurch besonders angenehm bei Kindern), etwas teurer in der Anschaffung, zusätzliche Kosten für Schutzkappen, Batterie erforderlich, zu niedrige Fehlmessungen sind möglich durch Ohrschmalz oder falsche Messposition (das Ohr muss nach oben und hinten gezogen werden)
  • Stirn-/Schläfenthermometer: schnelle Messung, etwas teurer in der Anschaffung, braucht Batterien, die Stirn muss trocken sein (Schweiß vorher abwischen)

4.0 Welche Medikamente sind zur Behandlung von Fieber geeignet?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

 

Wenn Sie bei Ihrem Kind das Fieber senken möchten, können Sie dafür die fiebersenkenden Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen einsetzen. Beide Mittel stehen in Form von Saft oder Zäpfchen zur Verfügung. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Körpergewicht des Kindes. Bitte achten Sie darauf, zwischen den einzelnen Gaben einen ausreichenden Zeitraum von mindestens sechs bis acht Stunden abzuwarten und halten Sie die Tageshöchstdosis ein.

 

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

 

Wenn Sie bei Ihrem Kind das Fieber senken möchten, können Sie dafür die fiebersenkenden Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen einsetzen. Der Wirkstoff Paracetamol steht in Form von Saft, Tabletten oder Zäpfchen zur Verfügung. Ibuprofen erhalten Sie für diese Altersgruppe als Saft oder Tabletten. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Körpergewicht des Kindes. Bitte achten Sie darauf, zwischen den einzelnen Gaben einen ausreichenden Zeitraum von mindestens sechs Stunden abzuwarten und halten Sie die Tageshöchstdosis ein.

 

Erwachsene

 

Zur Senkung von Fieber stehen verschiedene Substanzen aus der Gruppe der Antipyretika (=fiebersenkende Mittel ) zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen. Bitte beachten Sie die Tageshöchstdosis und halten Sie einen ausreichenden zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Einnahmen ein.

 

4.1 Welche nichtmedikamentösen Maßnahmen können bei Fieber hilfreich sein?

  • Denken Sie unbedingt daran, genügend zu trinken!
  • Schonen Sie sich bei Fieber körperlich. Bettruhe ist jedoch nicht zwingend erforderlich, außer wenn Sie sich sehr schlecht fühlen.
  • Leichte Kleidung sowie leichte Decken ermöglichen eine bessere Wärmeabgabe.
  • fiebersenkende Wadenwickel: Tauchen Sie für jedes Bein ein Tuch in lauwarmes Wasser (nur etwas kühler als die Körpertemperatur des Fieberpatienten), wringen Sie die Tücher leicht aus und wickeln sie um die Waden. Darüber kommt ein dickes, trockenes Handtuch. Lassen Sie die Wadenwickel ungefähr fünfzehn Minuten an den Beinen. Danach werden die Tücher neu befeuchtet und neu angelegt. Das können Sie insgesamt dreimal machen, dann sollte eine Pause (zwei Stunden) eingelegt werden. Sollte das Fieber dann wieder gestiegen sein, kann man erneut Wadenwickel anlegen. Wadenwickel dürfen nur angewandt werden, wenn der Patient warme Beine und Füße hat und nicht fröstelt.
  • Bei erhöhter Temperatur (37,5 – 38,5°C) ist eine sogenannte Schwitzkur mit heißer Flüssigkeit möglich. Dadurch soll die Körpertemperatur weiter erhöht werden. Traditionell verwendet man hierzu Lindenblütentee oder Holunderblütentee. Der Tee wird möglichst heiß getrunken, danach legt man sich gut zugedeckt ins Bett. Das durchgeschwitzte Bettzeug muss anschließend gewechselt werden.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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