Gallenbeschwerden

1.0 Welche Funktion hat die Galle?

Galle ist eine gelb-grüne Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird. Der Zweck dieser Gallenflüssigkeit ist es, die Nahrungsfette zu emulgieren und dadurch die Verdauung der Fette möglich zu machen. Wenn wir eine fetthaltige Mahlzeit essen, schüttet die Gallenblase die Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm aus.

1.1 Was sind Gallenbeschwerden?

Wenn nach üppigen, fettreichen Mahlzeiten ein unangenehmes Druck- und Völlegefühl im Bereich des Oberbauchs auftritt, können Gallenbeschwerden die Ursache sein. Weitere Anzeichen für Gallenbeschwerden sind Blähungen und Übelkeit. Eine Gallenkolik äußert sich durch starke, krampfartige Schmerzen.

1.2 Wodurch entstehen Gallensteine?

Gallensteine sind feste Gebilde aus Bestandteilen der Gallenflüssigkeit. Am häufigsten sind Gallensteine, die hauptsächlich aus Cholesterin bestehen. Seltener sind die sogenannten Pigmentsteine, die aus Bilirubin entstehen. Etwa jeder sechste Deutsche hat Gallensteine. Bei den meisten davon verursachen diese Steine jedoch keine Beschwerden. Nur ein Viertel der Patienten mit Gallensteinen bekommt Probleme durch die Steine. Nur dann ist eine Behandlung nötig. Der Fachausdruck für ein Gallensteinleiden ist Cholelithiasis.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Bei einer akuten Gallenkolik gehen sie bitte immer sofort zum Arzt. Die Symptome sind starke Schmerzen im Oberbauch, die auch in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen können.
  • Auch bei immer wiederkehrenden leichteren Beschwerden geht man am besten zum Arzt.

3. Was kann man essen, wenn man unter Gallenbeschwerden leidet?

Ernährung bei Gallensteinen:

Einmal vorhandene Gallensteine können durch Ernährungsumstellung nicht aufgelöst werden! Ernährungsmaßnahmen können hier nur eine vorbeugende Wirkung entfalten. Das ist aber wichtig für Patienten mit Gallensteinen, damit die Steine nicht weiter wachsen oder noch mehr neue Gallensteine sich bilden. Wichtig ist vor allem eine hohe Ballaststoffzufuhr von mindestens 30g Ballaststoffen pro Tag. Wasserlösliche Ballaststoffe binden Gallensäuren und sorgen dafür, dass die Gallensäuren mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden. Dann muss die Leber neue Gallensäuren produzieren, wofür sie als Ausgangsmaterial Cholesterin verbraucht. So kann Cholesterin aus dem Körper entfernt werden. Wenn weniger Cholesterin vorhanden ist, entstehen auch weniger Cholesterin-Gallensteine. Wasserlösliche Ballaststoffe sind zum Beispiel Pektin (enthalten in Obst und Gemüse), Flohsamenschalen, Leinsamen, Johannisbrotkernmehl, Guar.

  • Essen Sie viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. So sorgen sie für eine gute Ballaststoffzufuhr.
  • Trinken Sie genügend Wasser oder Tee. 2 Liter pro Tag sind gut.

Ernährung nach Entfernung der Gallenblase:

  • Vermeiden Sie große, fettreiche Mahlzeiten.
  • Essen Sie lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.
  • Bevorzugen Sie leichte, fettarme Kost.

4. Ihr youpharm-Team empfiehlt:

Erwachsene

Zur Behandlung von krampfartigen Schmerzen kann der Wirkstoff Butylscopolamin eingesetzt werden. Diese Substanz wirkt krampflösend im Bereich der glatten Muskulatur unserer inneren Organe. Es gibt auch ein Medikament, in dem Butylscopolamin mit dem Schmerzmittel Paracetamol kombiniert ist.

Die Artischocke ist nicht nur ein köstliches Gemüse sondern auch eine altbewährte Heilpflanze. Sie wird eingesetzt gegen Verdauungsbeschwerden, funktionelle Störungen im Bereich der Gallenwege und bei Appetitlosigkeit. Die Wirkung beruht auf einer Steigerung der Galleproduktion und des Galleflusses. In Kombination mit Ballaststoffen kann die Artischocke auch zur Senkung von erhöhten Cholesterinwerten beitragen. Bei Verschluss der Gallenwege darf die Artischocke jedoch nicht angewendet werden!

Curcuma ist eine Gewürzpflanze aus dem indisch-asiatischen Gebiet. Als Heilmittel wird Curcuma bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und Völlegefühl eingesetzt, besonders bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallensystems. Curcuma wirkt galletreibend und entzündungshemmend. Auch Curcuma darf nicht bei Verschluss der Gallenwege angewendet werden!

Die Gundelrebe (Gundermann) ist eine einheimische Heilpflanze. Sie wird volksmedizinisch unter anderem bei leichten Gallebeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen eingesetzt.

 

Homöopathie

Eine anthroposophische Mischung aus den Heilpflanzen Gelbwurz (Curcuma) und Schöllkraut wird regulierend bei Ausscheidungsstörungen der Galle eingesetzt. Erwachsene nehmen 2-4mal täglich 5-15 Tropfen. Zu beachten ist, dass diese flüssige Mischung Alkohol enthält.
Es gibt auch ein homöopathisches Mittel in Tablettenform, das zur unterstützenden Behandlung bei Gallenerkrankungen eingesetzt werden kann.

 

5. Zusätzliche Maßnahmen

  • Vermeiden Sie sehr üppige, fettige Speisen. Bevorzugen Sie leichte und fettarme Kost.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit Reizstoffe wie Kaffee, Nikotin und Alkohol.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Setzen Sie sich hin und genießen Sie die Mahlzeit.
  • Wenn Sie Übergewicht haben, nehmen Sie ab.
  • Wenn Sie akute und schmerzhafte Gallenbeschwerden bekommen, gehen Sie sofort zum Arzt. Essen und trinken Sie vorher nichts.

Version 1, Stand 11/2018

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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