Gedächtnisleistung

1.0 Was ist unser Gedächtnis?

Das Gedächtnis (englisch: memory) ist die Fähigkeit des Gehirns Informationen zu speichern und später wieder abzurufen. Man unterscheidet das Kurzzeitgedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.

1.1 Was versteht man unter der Gedächtnisleistung?

Unter dem Begriff Gedächtnisleistung (englisch: memory performance) oder Hirnleistung versteht man, wie umfangreich und wie schnell unser Gehirn Informationen speichern und wieder abrufen kann. Viele Menschen beschäftigen sich mit der Frage, wie man diese Leistung steigern kann. Von einer Leistungssteigerung in diesem Bereich verspricht man sich mehr Erfolg in Schule, Ausbildung, Studium und im Beruf.
Es gibt erlernbare Methoden für ein effizientes Gedächtnistraining. Das sind die sogenannten Mnemotechniken, zum Beispiel die Loci-Methode. Gedächtnissportler oder Denksportler tragen sogar Wettbewerbe und Weltmeisterschaften aus.

1.2 Was ist eine Demenz?

Unter dem Begriff „Demenz“ (englisch: dementia) versteht man eine nachlassende Gehirnleistung, welche die intellektuellen Fähigkeiten, die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, die Merkfähigkeit, das Gedächtnis und die Orientierungsfähigkeit betrifft. Die Einschränkungen nehmen im Krankheitsverlauf immer weiter zu. Auch die Persönlichkeit verändert sich und das soziale Verhalten der Betroffenen ändert sich. Im fortschreitenden Verlauf der Krankheit ist der Patient immer mehr auf Hilfe angewiesen, weil nach und nach auch alltägliche Dinge nicht mehr alleine bewältigt werden können.
Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Am häufigsten ist die Alzheimer-Demenz, die in Deutschland ungefähr zwei Drittel aller Demenzerkrankungen ausmacht. Am zweithäufigsten ist die vaskuläre Demenz, bei der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, geschädigt sind. Es gibt auch Mischformen zwischen Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz. Eine Demenz kann auch infolge anderer neurologischer Erkrankungen auftreten (zum Beispiel bei der Parkinsonkrankheit oder beim Korsakow-Syndrom).

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

Wenn auffällige Gedächtnisprobleme auftreten, sollte man so früh wie möglich zum Arzt gehen, um die Ursache abklären zu lassen. Mögliche Warnzeichen für eine nachlassende Gedächtnisleistung sind zum Beispiel:

  • Wortfindungsstörungen, besonders, wenn einem einfache, alltägliche Wörter nicht mehr einfallen.
  • Orientierungsprobleme, man verläuft sich in eigentlich bekannten Gebieten.
  • Seltsames Verlegen von Gegenständen (die Haarbürste im Kühlschrank oder ähnliches).
  • Es fällt schwerer etwas Neues zu lernen.
  • Vergesslichkeit bei Dingen, die einem früher immer leicht eingefallen sind, zum Beispiel PIN-Nummer, Geburtstage, Kochrezepte
  • Persönlichkeitsveränderungen wie Antriebslosigkeit, depressive Verstimmung, Unruhe, Aggressivität.

3.0 Welche Risikofaktoren gibt es für Demenzerkrankungen?

  • Hauptrisikofaktor ist ein hohes Lebensalter.
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Das liegt hauptsächlich an der höheren Lebenserwartung von Frauen. In den höheren Altersgruppen mit hohem Demenzrisiko ist der Frauenanteil hoch.
  • Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, aber auch starkes Übergewicht und Diabetes könnten Risikofaktoren sein.
  • Tabakrauchen ist ebenfalls ein möglicher Risikofaktor.

3.1 Wie kann man einer Demenz vorbeugen?

Sicher schützen kann man sich natürlich nicht, aber es gibt Möglichkeiten, wie man das persönliche Risiko, an einer Demenz zu erkranken, reduzieren kann.

  • Achten Sie auf genug körperliche Aktivität, versuchen Sie Sport zu treiben und bewegen Sie sich im Alltag (Treppe statt Fahrstuhl, zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren statt Auto fahren).
  • Pflegen Sie soziale Kontakte, am besten im echten Leben von Angesicht zu Angesicht statt immer nur im Internet bei „sozialen Netzwerken“.
  • Suchen Sie nach neuen Erfahrungen und lernen Sie immer wieder etwas Neues (Sprachen, ein Instrument spielen, eine neue Sportart).
  • Rauchen Sie nicht und trinken Sie nur wenig oder keinen Alkohol.
  • Ernähren Sie sich gesund, mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Milchprodukten und Eiern, Nüssen und Fisch und nach Wunsch ab und zu mit einem gutes Stück Fleisch.
  • Achten Sie immer auf eine gute Versorgung mit Flüssigkeit. Trinken Sie bevorzugt Wasser, Tee oder Saftschorle. Besonders bei älteren Menschen ist Flüssigkeitsmangel eine häufige Ursache für Verwirrtheit und schlechte Leistungsfähigkeit.

4. Gibt es Medikamente, die die Hirnleistung verbessern oder schützen können?

Erwachsene

Medikamente mit der Heilpflanze Ginkgo biloba können die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Dadurch wird auch die Blutversorgung des Gehirns verbessert. Deswegen werden Ginkgopräparate eingesetzt bei Hirndurchblutungsstörungen mit den Symptomen Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und Verwirrtheit.

Homöopathie

Es gibt ein homöopathisch zusammengesetztes Arzneimittel in Tropfenform, welches gegen Verkalkung der Hirngefäße eingesetzt wird. Die Dosierung liegt bei ein- bis dreimal täglich 5-10 Tropfen.

Nahrungsergänzungsmittel

Mit der Kombination mehrerer Vitamine aus der Gruppe der B-Vitamine (Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12) sollen erhöhte Blutspiegel der schädlichen Substanz Homocystein verhindert werden. Damit schützt man sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Gedächtnisleistung.

Es gibt von verschiedenen Herstellern Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen, die so zusammengesetzt sind, dass sie den Bedarf älterer Menschen optimal decken oder dazu beitragen, die Nährstoffversorgung des Gehirns sicherzustellen.

5. Was macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft?

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist eine Selbsthilfeorganisation. Sie setzt sich bundesweit für die Interessen von Demenzpatienten und ihren Angehörigen ein. Bei dieser Organisation finden Sie viele hilfreiche Informationen rund um das Thema „Demenz“.

Version 1, Stand 10/2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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