Halsschmerzen

1. Was sind Halschmerzen?

Halsschmerzen (englisch: sore throat) äußern sich durch Kratzen und Brennen im Hals, ein trockenes Gefühl und Schluckbeschwerden. Die Rachenschleimhaut ist gerötet und kann anschwellen.
Halsschmerzen beruhen meist auf einer von Viren verursachten Entzündung des Rachens im Rahmen einer Erkältung. Es kann sich aber auch um eine bakterielle Infektion z.B. durch Streptokokken handeln. In diesem Fall sind die Halsschmerzen stark, der Patient bekommt hohes Fieber, die Lymphknoten schwellen an, der Rachen ist feuerrot und die Mandeln sind eitrig belegt. Ein Arztbesuch ist dann unbedingt nötig, denn Streptokokken können Folgeschäden an Nieren, Herz und Gelenken verursachen.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Wenn hohes Fieber (über 39° C) vorliegt
  • Bei angeschwollenen Mandeln und eitrigem Belag auf den Mandeln
  • Bei angeschwollenen, druckempfindlichen Lymphknoten im Halsbereich

3. Wie wendet man Halswickel an?

Halswickel sind ein altes Hausmittel, das traditionell eingesetzt wird bei Halsentzündungen. Ob Sie besser kalte oder warme Wickel anwenden, hängt von der Verfassung des Patienten ab. Bei Fieber sind kalte Wickel sinnvoller. Wenn der Patient fröstelt, bitte keine kalten Wickel anlegen. Nach dem Abnehmen des Wickels sollte der Hals mit einem Halstuch warm gehalten werden.

  • warmer Kartoffelwickel: zerdrücken Sie heiße Pellkartoffeln und legen Sie die Kartoffeln streifenförmig auf ein Baumwolltuch (z.B. Küchenhandtuch, Herrentaschentuch). Wickeln Sie die Kartoffeln in das Tuch ein. Prüfen Sie unbedingt mit der Hand die Temperatur, bevor Sie die Wickel um den Hals legen. Legen Sie den Wickel nur vorne und seitlich um den Hals, lassen Sie den Nacken frei. Mit einem zweiten Tuch oder einem Schal binden Sie den Wickel fest. Der Patient soll mit dem Wickel liegen bleiben, bis der Wickel abgekühlt ist und danach noch eine Weile nachruhen.
  • kalter Quarkwickel: streichen Sie zimmerwarmen Quark als dicken Streifen auf ein Baumwolltuch und falten das Tuch zusammen. Legen Sie das Tuch vorne und seitlich um den Hals. Zwischen Haut und Quark soll nur eine Lage Stoff sein. Befestigen Sie den Wickel mit einem zweiten Tuch oder einem Schal. Der Wickel kann etwa eine halbe Stunde anbehalten werden. Danach soll der Patient noch eine Weile liegenbleiben.

4. Welche Medikamente sind zur Behandlung von Halsschmerzen zugelassen?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

 

Kleinere Kinder können meist noch nicht genau sagen, dass sie Halsschmerzen haben. Sie sind weinerlich und verweigern wegen der Schmerzen beim Schlucken das Essen oder sogar das Trinken. Gehen Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt, denn falls eine bakterielle Mandelentzündung vorliegt, muss diese rechtzeitig mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Zur Behandlung der Schmerzen kann Ibuprofenhaltiger Saft eingesetzt werden, der auch gleichzeitig entzündungshemmend wirkt. Es gibt den Saft in den Geschmacksrichtungen Erdbeere oder Orange.

 

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Wenn es starke Halsschmerzen hat, die länger andauern oder mit Fieber einhergehen, gehen Sie bitte mit Ihrem Kind zum Kinderarzt. Denn falls eine bakterielle Mandelentzündung vorliegt, muss diese rechtzeitig mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Halsschmerzsaft mit den Heilpflanzen Malve und Isländisch Moos kann bei Kindern zur Behandlung von Halsschmerzen eingesetzt werden. Beide Heilpflanzen enthalten Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte Schleimhaut im Rachen legen. Der Saft schmeckt nach Kirschen, er ist zuckerfrei und alkoholfrei.

Wenn Ihr Kind schon gurgeln kann, lassen Sie es zweimal täglich gurgeln, am besten morgens und abends nach dem Essen. Es gibt dafür eine gebrauchsfertige Gurgellösung mit desinfizierendem Wirkstoff. Davon messen sie 15ml (ein Esslöffel) zum Gurgeln ab. Ihr Kind gurgelt damit 15-30 Sekunden lang und spuckt die Lösung dann ins Waschbecken aus. Bitte nicht runterschlucken!

Bei starken Schmerzen kann Saft mit dem Wirkstoff Ibuprofen eingesetzt werden. Dieser Saft bekämpft außer den Schmerzen auch gleichzeitig die Entzündung.

 

Erwachsene

 

Schmerzlinderung durch Einnahme von Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Beide Mittel wirken sowohl schmerzstillend als auch entzündungshemmend.

Lutschtabletten mit dem Wirkstoff Ambroxol wirken sowohl örtlich betäubend als auch schleimlösend . Sie sind in den Geschmacksrichtungen Minze oder Waldbeere erhältlich. Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren können bis zu 6 Tabletten am Tag lutschen.

Zum Gurgeln gibt es eine gebrauchsfertige Gurgellösung mit desinfizierendem Wirkstoff. Davon messen sie  15ml (einen Esslöffel) zum Gurgeln ab. Gurgeln Sie zweimal täglich, am besten morgens und abends nach dem Essen. Nehmen Sie die Lösung  in den Mund, gurgeln damit 15-30 Sekunden lang und spucken die Lösung dann ins Waschbecken aus. Bitte nicht runterschlucken!

Auch Gurgeln mit Salbeitee kann zur Linderung von Halsschmerzen beitragen.

Homöopathie

 

Gegen akute Entzündungen des Hals- und Rachenraumes gibt es ein  homöopathisches Arzneimittel in Tropfenform. Es ist geeignet für Kinder ab 12 Monaten und Erwachsene. Man nimmt die Tropfen bei akuten Halsschmerzen alle halbe bis ganze Stunde, jedoch höchstens 12 mal täglich. Die Tropfen sollen nicht verdünnt werden. Am besten nimmt man sie direkt aus dem roten Deckel in den Mund und behält sie eine Weile im Mund bevor man sie schluckt.

Ein weiteres homöopathisches Arzneimittel zum Einsatz gegen akute Hals- und Mandelentzündung ist auch in Tablettenform erhältlich. Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren lassen bei akuten Halsschmerzen alle halbe bis ganze Stunde eine Tablette im Mund zergehen, jedoch höchstens 12 Tabletten am Tag. Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren lutschen höchstens 8 Tabletten am Tag.

 

Version 2, Stand 06/2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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