Hygiene und Desinfektion

1.0 Was bedeutet „Hygiene“?

Das Wort Hygiene (englisch: hygiene) stammt aus dem Griechischen und leitet sich ab von hygieia (altgriechische Göttin der Gesundheit). Der Begriff Hygiene bezeichnet die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung der Gesundheit. Im alltäglichen Sprachgebrauch meinen wir mit Hygiene Sauberkeit und Reinigung, was aber nur einen kleinen Teil des gesamten Fachgebiets Hygiene ausmacht.

1.1 Was bedeutet „Desinfektion“?

Bei der Desinfektion (englisch: disinfection) werden Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen abgetötet, damit von dem desinfizierten Material anschließend keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht. Dabei können physikalische Verfahren (Hitze, UV-Licht) oder chemische Verfahren (Desinfektionsmittel) eingesetzt werden. Die Keimzahl muss dabei um mindestens fünf Zehnerpotenzen reduziert werden.

2.0 Wie wasche ich richtig meine Hände?

Gründliches Händewaschen mehrmals am Tag ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um ansteckende Krankheiten zu vermeiden. Denn über die Hände werden am häufigsten Krankheitserreger übertragen.
Also: Ärmel hochkrempeln und Hände mit möglichst warmem Wasser ganz nass machen. Dann mit Seife gründlich einschäumen. Dabei auch zwischen den Fingern, an den Fingerspitzen, am Daumen und an den Handgelenken mit Seifenschaum einreiben. Das ganze sollte 20 bis 30 Sekunden dauern. Dann die Seife vollständig mit Wasser abspülen. Die Hände gründlich abtrocken.

2.1 Wann soll ich meine Hände waschen?

  • Wenn die Hände schmutzig sind.
  • Immer vor dem Essen oder vor der Zubereitung von Essen.
  • Immer nach dem Toilettengang.
  • Immer, wenn man von draußen hereinkommt.
  • Immer, nachdem man ein Tier angefasst hat.
  • Immer nach dem Naseputzen.
  • Wenn man etwas Schmutziges angefasst hat, zum Beispiel den Mülleimer oder die Toilette.

2.2 hygienische Händedesinfektion

Im privaten Bereich reicht normales Händewaschen in der Regel völlig aus. Eine unnötige Verwendung von Desinfektionsmitteln sollte vermieden werden, weil dadurch die Umwelt belastet und die Haut gereizt werden kann. Lediglich bei bestimmten schweren ansteckenden Krankheiten und wenn besonders anfällige Personen in Ihrem Haushalt leben, kann eine Händedesinfektion zu Hause notwendig sein. In diesem Fall bekommen Sie von Ihrem behandelnden Arzt und vom Gesundheitsamt eine genaue Anleitung, welche Desinfektionsmittel eingesetzt werden sollen und was dabei zu beachten ist.

3.0 Desinfektion und Hygiene bei der Versorgung von Wunden

Bei Wunden besteht die Gefahr, dass über die verletzte Haut Krankheitserreger in das Körperinnere gelangen und sich dort vermehren und Schaden anrichten. Auch ganz kleine Verletzungen können auf diese Weise als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen.
Daher ist es wichtig, verschmutzte Wunden sofort unter fließendem Wasser zu reinigen.
Zur unterstützenden antiseptischen Wundbehandlung gibt es eine farblose Lösung mit den desinfizerenden Wirkstoffen Octenidin und Phenoxyethanol. Das Mittel ist als Spray oder als Wundgel erhältlich. Die Wunde wird vollständig mit dem Mittel benetzt. Dann wird eine Einwirkzeit von mindestens 1-2 Minuten abgewartet, bevor bei Bedarf ein Verband angelegt wird.
Alternativ kann man zur antiseptischen Wundbehandlung den Wirkstoff Povidon-Iod einsetzen. Es gibt das Mittel als Salbe oder Lösung. Beides ist durch das darin enthaltene Iod dunkelbraun gefärbt (Achtung: Flecken auf der Kleidung sind möglich). Bei Iodüberempfindlichkeit oder Schilddrüsenerkrankungen darf es nicht verwendet werden. Die Einwirkzeit beträgt bei talgdrüsenarmer Haut eine Minute, bei talgdrüsenreicher Haut (z.Bsp. Kopfhaut, Stirn, Achsel, Genital- und Analregion) zehn Minuten.

3.1 hygienische Maßnahmen bei Durchfall und Erbrechen

Achten Sie bei Durchfall und Erbrechen auf die Hygiene! Gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife nach dem Gang zur Toilette ist die wichtigste Maßnahme.
Händedesinfektion z.B. mit Sterilium sowie eine Desinfektion der Toilette z.B. mit Sagrotan sind nur notwendig, wenn im selben Haushalt besonders gefährdete Personen leben. Das können zum Beispiel Neugeborene, Schwangere, immungeschwächte Patienten oder ältere Menschen, die an mehreren Grunderkrankungen leiden, sein.
Sind solche Personen nicht im Haus, dann reicht eine normale gründliche Reinigung der Toilette ohne Verwendung von Desinfektionsmitteln aus.

3.2 hygienische Maßnahmen bei Erkältung

  • Die wichtigste hygienische Maßnahme bei Erkältung ist häufiges und gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife.
  • Nicht in die Hände niesen oder husten. Sonst übertragt man die Krankheitserreger mit den Händen auf Gegenstände und beim Berühren auf andere Menschen. Besser hustet man in die Armbeuge.
  • Zum Naseputzen Papiertaschentücher verwenden. Jedes Taschentuch nur einmal verwenden und nach Gebrauch sofort in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen.
  • Räume möglichst dreimal täglich für 10 Minuten gut lüften. Das verringert die Virenbelastung der Raumluft und dadurch auch das Ansteckungsrisiko.
  • Versuchen Sie in der Erkältungszeit die Hände aus dem Gesicht fernzuhalten. Beim Berühren von Nase, Mund oder Augen können Krankheitserreger von den Händen in den Körper gelangen.
  • Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, wenn Sie erkältet sind. Beim Husten und Niesen werden kleine Tröpfchen mit ansteckenden Krankheitserregern meterweit durch die Luft geschleudert.

3.3 hygienische Maßnahmen bei Fuß- und Nagelpilz

  • Strümpfe, Socken und Handtücher, mit denen die Füße abgetrocknet werden müssen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, noch besser als Kochwäsche. Wäscheteile, die nicht so heiß gewaschen werden dürfen, können mit pilzabtötendem Waschzusatz gewaschen werden. Verwenden kann man zum Beispiel Canesten Hygiene Wäschespüler oder Sagrotan Wäsche Hygienespüler.
  • Schuhe mit pilzabtötendem Desinfektionsmittel behandeln. Anschließend gut trocknen lassen. Einsetzen kann man zum Beispiel die Sagrotan med. Sprühdesinfektion oder Pedesin-N Schuhdesinfektionsspray.
  • Fußböden, besonders im Badezimmer, wo man barfuß läuft, gründlich reinigen unter Verwendung von pilzabtötenden Desinfektionsmitteln. Ebenso die Dusche und Badewanne reinigen.

4.0 Hygiene in der Küche

Durch mit Bakterien befallene Lebensmittel können schwere Erkrankungen verursacht werden. Davor kann man sich selbst und seine Familie schützen, indem man in der Küche beim Umgang mit Lebensmitteln auf Hygiene achtet. Wichtige Punkte dabei sind unter anderem:

  • Vor der Zubereitung von Speisen Hände gründlich waschen.
  • Nicht auf Speisen niesen oder husten. Nach dem Naseputzen Taschentuch im Mülleimer entsorgen und die Hände waschen.
  • Wunden (zum Beispiel Schnittverletzungen) mit einem Pflaster abdecken.
  • Handtücher und Geschirrtücher regelmäßig wechseln und heiß waschen.
  • Spüllappen und Schwämme regelmäßig austauschen. In nassen Lappen und Schwämmen können sich bei Raumtemperatur Bakterien bestens vermehren.
  • Kühlschrank aufgeräumt und übersichtlich halten und regelmäßig reinigen.
  • Speisen ausreichend erhitzen auf mindestens 70 Grad für mindestens 10 Minuten.
  • Beim Abschmecken die „Zwei-Löffel-Methode“ verwenden: Dabei füllt man mit dem Kochlöffel etwas vom Essen auf den Probierlöffel, ohne diesen dabei mit dem Kochlöffel zu berühren. Nur der Probierlöffel darf in den Mund, der Kochlöffel dient zum Umrühren und gehört nicht in den Mund.
  • Reste rasch abkühlen lassen und dann zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
  • Empfindliche Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren. Das gilt zum Beispiel für Eier, Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, geschnittenes Obst und Gemüse, Reste, angebrochene Lebensmittel.
  • Verdorbene, schimmelige, verdächtig riechende oder aussehende Lebensmittel nicht verzehren, sondern wegwerfen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sehr lesenswerte Verbrauchertipps zum Thema: „Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt“ veröffentlicht. Diese finden Sie auf der Homepage des Instituts.

4.1 Hygiene im Bad

Im feuchtwarmen Badezimmer können sich Bakterien leicht vermehren.

  • Regelmäßig gründlich putzen mit normalen Reinigungsmitteln. Desinfektionsmittel sollten beim Putzen normalerweise nicht verwendet werden.
  • Handtücher und Waschlappen häufig wechseln und heiß waschen.
  • Zweimal täglich Stoßlüften, also das Badezimmerfenster circa zehn Minuten lang ganz öffnen, besonders nach dem Duschen oder Baden.

Beim Bundesinstitut für Risikobewertung finden Sie: „Verbrauchertipps zu Lebensmittelhygiene, Reinigung und Desinfektion“.

4.2 Wieviel Hygiene und Desinfektion braucht man im Haushalt?

Zur alltäglichen Reinigung im privaten Haushalt reichen übliche Reinigungsmittel wie warmes Wasser, Seife und normale Haushaltsreiniger völlig aus. Zusätze von Desinfektionsmitteln in Haushaltsreinigern oder Waschmitteln sind im privaten Haushalt nicht erforderlich und können sich sogar schädlich auswirken. Es kommt zu einer unnötig erhöhten Chemikalienbelastung, die der Umwelt und uns selbst schaden kann. Übertriebene Sauberkeit wird mit einem erhöhten Auftreten von Allergien in Zusammenhang gebracht.
Es kann jedoch Ausnahmesituationen geben, die auch im privaten Haushalt den Einsatz von Desinfektionsmitteln rechtfertigen. Das kann entweder das Auftreten von besonders gefährlichen Krankheitserregern (zum Beispiel Salmonellen) sein, oder eine Person im Haushalt, die besonders gefährdet ist (geschwächtes Immunsystem durch schwere Erkrankung oder immunschwächende Medikamente).

Version 1, Stand 03/2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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