Insektenschutz

1.0 Warum muss man sich vor manchen Insekten schützen?

Insektenstiche sind unangenehm, sie jucken und schmerzen. Es kann zu allergischen Reaktionen oder zu Entzündungen kommen. Darüber hinaus übertragen einige Insekten Krankheiten. Ein bekanntes Beispiel ist die Übertragung von Malaria durch die Anopheles-Mücke. Besonders in den warmen tropischen Regionen der Erde können Insekten gefährliche Krankheiten übertragen. Daher ist bei Reisen in solche Gebiete besonders wichtig, sich vor Stichen zu schützen.

1.1 Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor Insekten zu schützen?

  • Mechanischer Schutz durch Insektengitter vor Fenstern und Türen, Moskitonetze über dem Bett. Moskitonetze können zur Verstärkung der Wirkung noch mit Repellentien bzw. Insektiziden imprägniert sein.
  • Repellentien. Das sind Substanzen, die auf die menschliche Haut aufgetragen werden, um Insekten fernzuhalten. Es gibt darunter synthetische Wirkstoffe und solche, die aus Pflanzen gewonnen werden oder von Naturstoffen abgeleitet sind. Die Insekten werden durch den Geruch dieser Substanzen abgeschreckt. Bei der Anwendung von Repellentien muss das Mittel gleichmäßig auf alle nicht von Kleidung bedeckten Hautpartien aufgetragen werden. Die Augen und Schleimhäute sowie offene Wunden werden ausgespart. Die Wirkzeit der Repellentien ist begrenzt. Nach Ablauf der auf der Packung angegebenen Wirkdauer muss man sich erneut einreiben.
  • Insektizide. Das sind Stoffe, die zu den Pestiziden gehören und zur Insektenbekämpfung eingesetzt werden. Sie werden nicht auf den Körper aufgetragen, sondern im Raum versprüht oder zum Beispiel in der Landwirtschaft eingesetzt. Man unterscheidet dabei nach der Art der Einwirkung auf die Insekten Fraß-, Atem- und Kontaktgifte.

2. Wann muss man wegen Insektenstichen zum Arzt gehen?

  • Bei Insektenstichen in Mund und Rachen, es droht durch die Schwellung Erstickungsgefahr.
  • Wenn Sie in der Nähe der Augen gestochen wurden.
  • Wenn Sie eine Allergie gegen Insektengifte (zum Beispiel Wespen- oder Bienengift) haben.
  • Wenn ein Stich sich entzündet.

3. Welche Substanzen sind in Repellentien enthalten?

Synthetische Wirkstoffe:

  • DEET, N,N-Diethyl-m-toluamid, gut wirksam zur Abwehr von Mücken, Bremsen, Milben, Fliegen und Zecken, gilt als Goldstandard unter den Repellentien, ist geeignet für den Einsatz in den Tropen, wird von der WHO empfohlen, DEET kann Kunststoffe angreifen (Brillenbügel, Uhrbänder, Kleidung).
  • Icaridin, auch Picaridin genannt, die Wirkung ist etwa gleich gut wie die von DEET, Icaridin greift im Gegensatz zu DEET keine Kunststoffe an.
  • EBAAP, Ethylbutylacetylaminoproprionat, kürzere Wirkdauer als DEET und Icaridin, daher nicht für die Tropen geeignet, dafür schreckt es aber auch Wespen, Bienen und Sandmücken ab, gut verträglich.
  • DMP, Dimethylphthalat, lange Wirkdauer, gute Wirkung gegen Mücken, greift Kunststoffe an.

Wirkstoffe pflanzlicher Herkunft:

  • PMD, p-Menthan-3,8-diol, auch Citridiol genannt, wird aus dem ätherischen Öl einer in China vorkommenden Eukalyptusart gewonnen. Es ist in mehreren Repellentien als alleiniges Mittel oder gemeinsam mit zum Beispiel Icaridin enthalten.
  • ätherische Öle oder Pflanzenextrakte von verschiedenen Pflanzen werden ebenfalls gerne zur Insektenabwehr eingesetzt. Die Wirkung kommt jedoch bei weitem nicht an die von DEET und Icaridin heran. Daher ist der Einsatz solcher Mittel in den Tropen, wo man sich vor schweren Krankheiten wie Malaria schützen muss, nicht anzuraten. Verwendet werden zur Insektenabwehr unter anderem Zitronellenöl, Lavendel (Lavendelsäckchen gegen Motten im Kleiderschrank), Zedernholz, Geranienöl, Nelkenöl, Eukalyptus (siehe PMD), Teebaumöl, Basilikum, Thymian, Knoblauch oder Pfefferminze.

4. Welche Repellentien stehen zur Verfügung zum Schutz vor Insekten?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

Für die Anwendung bei Kindern ab 2 Jahren steht der Wirkstoff Icaridin als Spray oder Gel zur Verfügung. Auch der natürliche Wirkstoff PMD kann als Spray für Kinder eingesetzt werden.

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Für die Anwendung bei Kindern steht der Wirkstoff Icaridin als Spray oder Gel zur Verfügung. Auch der natürliche Wirkstoff PMD kann als Spray für Kinder eingesetzt werden.

Erwachsene

Wenn man sich bei Ausflügen, im Garten oder auf Reisen vor Mücken und anderen stechenden Insekten schützen möchte, stehen dafür verschiedene Repellentien zur Verfügung. Es gibt Pumpspray mit dem Wirkstoff Icaridin, oder Spray mit Icaridin, das sich auch kopfüber sprühen lässt. Ebenso erhältlich sind Produkte mit dem Wirkstoff PMD.

Zum Schutz vor Zecken werden unter anderem Produkte mit Icaridin angeboten. Auch eine Kombination aus Icaridin und PMD ist als Zeckenschutzmittel erhältlich.

hoch dosierte Produkte

Repellentien mit hoher Wirkstoffkonzentration bieten den Vorteil einer längeren Wirkdauer. Für Tropenreisen sind sie, in Kombination mit mechanischen Schutzmaßnahmen, besonders gut geeignet. Es sind Sprays mit 50% DEET erhältlich, ebenso Sprays mit 40% DEET.  Andere Produkte enthalten 30% Icaridin. Auf natürlicher Basis gibt es hochdosierte Produkte mit 50% PMD.

4.1 Trägt man zuerst den Mückenschutz oder den Sonnenschutz auf?

Wenn man außer dem Insektenschutzmittel auch einen Sonnenschutz oder andere kosmetische Produkte braucht, ist die Reihenfolge nicht egal. Das Insektenabwehrmittel wird immer zuletzt aufgetragen, etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Sonnenschutz.

4.2 Was nehme ich als Insektenschutz für die Kleidung und zum Imprägnieren von Moskitonetzen?

Es gibt Sprays und Lösungen mit denen man Textilien wie Kleidung oder Moskitonetze behandeln kann, damit sie Insekten fernhalten. Der Wirkstoff, der dabei zum Einsatz kommt, ist Permethrin. Diese Substanz gehört zu den synthetischen Pyrethroiden, die von dem Naturstoff Pyrethrum aus verschiedenen Chrysantemenarten (Tanacetum) abgeleitet wurden.

5. Zusätzliche Maßnahmen

  • Zur Vermeidung von Mückenstichen können einige vorbeugende Maßnahmen beitragen.
  • Halten Sie sich während der Mückensaison nicht in der Nähe von stehenden Gewässern auf (das betrifft auch Regentonnen und Gartenteiche). Diese sind nämlich Brutstätten für Mücken.
  • Tragen Sie lange, helle Kleidung.
  • Behandeln Sie alle unbekleideten Körperstellen mit Repellentien.
  • Schützen Sie die Wohnräume durch Insektengitter an Türen und Fenstern vor Fliegen und Mücken.

Version 1, Stand 01/2018

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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