Kosmetische Hautpflege aus der Apotheke

1.0 Warum ist Hautpflege nötig?

Die Haut bedeckt unsere Körperoberfläche und ist ein großes und sehr wichtiges Körperorgan. Sie durch Schutz und Pflege gesund zu erhalten ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden von großer Bedeutung. Eine schöne und gepflegte Haut trägt wesentlich zu einem guten Erscheinungsbild bei.
Unsere Haut erfüllt mehr Aufgaben, als man denkt. Sie ist unsere Schutzschicht nach außen und verhindert das Eindringen von Krankheitserregern und Fremdstoffen in unseren Körper. Das Immunsystem ist in der Haut sehr aktiv. Die Haut schützt uns vor mechanischen Belastungen (Druck, Stoß, Reibung) und anderen physikalischen Reizen (UV-Strahlung, Wind). Über die Haut wird die Körpertemperatur reguliert. Bei Hitze kühlen wir uns durch Schwitzen ab, bei Kälte bekommen wir eine Gänsehaut. Das Fettgewebe unter der Haut ist wie eine Isolierschicht für den Körper. In der Haut wird bei Sonnenschein Vitamin D produziert. Die Haut ist auch ein Sinnesorgan (Tastsinn, Temperaturwahrnehmung). Körperliche Berührung ist wichtig für unser seelisches Wohlbefinden.

1.1 Welcher Hautzustand braucht welche Hautpflege?

trockene Haut: Merkmale der trockenen Haut: rau, schuppig, empfindlich, dünn, neigt zu Entzündungen und Einrissen. Pflegebedarf: Die trockene Haut braucht nicht nur Feuchtigkeit sondern vor allem auch Fett. Zur Reinigung ist Reinigungsmilch geeignet.

normale Haut: Merkmale der normalen Haut: weich, straff, kleinporig, gut durchblutet. Pflegebedarf: Die normale Haut reagiert meistens nicht empfindlich. Zur Tagespflege eignet sich eine leichte Feuchtigkeitscreme. Als Nachtpflege nimmt man eine fettreichere Creme. Für die Reinigung kann eine normale Wasch-und Duschlotion benutzt werden.

unreine Haut , Mischhaut: Merkmale der unreinen Haut / Mischhaut: grobporig, glänzend, neigt zu Mitessern. Pflegebedarf: Die Pflegecreme muss leicht und nicht zu stark fettend sein. Die Reinigung kann mit Reinigungsmilch und anschließend mit Gesichtswasser erfolgen. Auch ein Reinigungsschaum ist geeignet.

2. Wann muss man zum Hautarzt gehen?

  • Bei allen unklaren oder chronischen Hautbeschwerden sollten Sie zum Hautarzt gehen.
  • Wenn eine Entzündung oder eine Infektion der Haut vorliegt.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, bei Ihrem Hautarzt ein Hautkrebsscreening durchführen zu lassen. Dabei sucht der Arzt den gesamten Körper nach Vorstufen von Hautkrebs ab. Die Krankenkassen bezahlen für Männer und Frauen ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine solche Vorsorgeuntersuchung.
  • Auch regelmäßige Besuche in einem guten Kosmetikstudio können bei Hauterkrankungen hilfreich sein.

3. Haut im Alter, Anti-Aging

3.1 Wie verändert sich die Haut beim Älterwerden?

Wenn wir älter werden, wird unsere Haut dünner. Sie kann nicht mehr genug Fett und Feuchtigkeit speichern, daher ist die Haut im Alter auch trockener als in jüngeren Jahren. Die Regenerationsfähigkeit der Haut nimmt ab, Verletzungen heilen schlechter. Auch die Spannkraft und Elastizität der Haut lassen im höheren Alter nach. Fältchen und Falten entstehen.

3.2 Wie kann man die Hautalterung aufhalten?

  • Gute Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit und Fett
  • Die Regeneration der Haut fördern.
  • Radikalfänger gegen oxidativen Stress
  • geeignete Pflege kann dunkle Hautflecken aufhellen

4. Zusätzliche Maßnahmen

Nicht nur eine regelmäßige passende Hautpflege, sondern auch ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, dass die Haut gesund und schön bleibt.

  • gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • genug trinken, am besten 1,5 bis 2 Liter Wasser jeden Tag
  • regelmäßig genügend lange schlafen („Ich brauche meinen Schönheitsschlaf.“)
  • nicht rauchen, Alkohol vermeiden
  • keine ausgedehnten Sonnenbäder, UV-Schutz konsequent beachten

5.0 Was ist eigentlich ein/eine…..?

  • Gel: Ein Gel ist ein dreidimensionales Gerüst aus einem Gelbildner, in dessen Zwischenräumen eine Flüssigkeit verteilt ist. Meistens sind Hydrogele gemeint, bei denen der flüssige Anteil Wasser ist. Es gibt aber auch Lipogele, die aus festen und flüssigen Kohlenwasserstoffen aufgebaut sind (zum Beispiel Vaseline).
  • Creme: Eine Creme ist eine halbfeste, streichfähige Emulsion zum Auftragen auf die Haut. Sie besteht im Prinzip aus drei Bestandteilen: Wasser, Öl oder anderes Fett und ein Emulgator, der diese beiden nicht miteinander mischbaren Phasen verbindet. Es kann sich dabei um eine O/W-Creme oder um eine W/O-Creme handeln.
  • Salbe: Eine Salbe ist eine einphasige Grundlage, in der feste oder flüssige Substanzen dispergiert (das bedeutet fein verteilt) sein können.
  • O/W-Creme: Öl-in-Wasser-Emulsion, das Wasser bildet die äußere Phase, das Öl ist als innere Phase in Form kleiner Tröpfchen im Wasser verteilt. Cremes vom O/W-Typ ziehen leicht ein, lassen sich gut verteilen und spenden viel Feuchtigkeit. Beim Auftragen wirken sie kühl und erfrischend.
  • W/O-Creme: Wasser-in-Öl-Emulsion, das Öl bildet die äußere Phase, das Wasser ist die innere Phase. Das bedeutet, kleine Wassertröpfchen sind von einer durchgehenden Ölschicht umhüllt. Cemes vom W/O-Typ ziehen nicht so schnell in die Haut ein, bilden aber dafür eine schützende Schicht auf der Haut, die Austrocknung verhindert. Sie enthalten einen höheren Anteil an pflegenden Fetten.
  • „leichte Creme“: mit diesem Begriff meint man in der Regel eine Creme mit viel Feuchtigkeit und geringerem Fettgehalt, die leicht einzieht, also eine O/W-Creme. Solche Produkte eignen sich gut für die normale Haut und die Mischhaut. Sie sind gut als Tagespflege geeignet, dann ist es auch nützlich, wenn ein UV-Schutz enthalten ist.
  • „reichhaltige Creme“: darunter versteht man eine Creme mit hohem Anteil an Fett- und Pflegestoffen. In der Regel handelt es sich dabei um eine W/O-Creme. Manche dieser Produkte erkennt man an Namenszusätzen wie „reichhaltig“ oder „riche“. Eine solche reichhaltige Zubereitung ist gut geeignet für die trockene Haut. Als Nachtpflege nimmt man auch für die normale Haut gerne eine reichhaltige Creme.

5.1 Welche Inhaltsstoffe kommen in Hautpflegeprodukten vor?

In Kosmetikprodukten kommt eine große Vielfalt von Inhaltsstoffen vor. Bei jedem Produkt müssen alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung deklariert sein. Die Reihenfolge ergibt sich aus dem Mengenanteil im Produkt. An erster Stelle steht der Inhaltsstoff, von dem am meisten drin ist. Dabei werden die Bezeichnungen nach INCI (International Nomenclature Cosmetic Ingredients) verwendet. Diese Bezeichnungen sind oft schwer zu verstehen. Aber es gibt Listen (auch online,zum Beispiel www.haut.de/inhaltsstoffe-inci/ oder als app), in denen man die Begriffe nachschlagen kann, um herauszufinden, was gemeint ist.
Einige Beispiele für Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten sind:

  • Wasser, einige Kosmetikhersteller verwenden Thermalwasser aus bestimmten Quellen
  • Emulgatoren, wie Cetylalkohol, Stearylalkohol, Cetylsterylalkohol, Lanolin, Lecithin
  • pflanzliche Öle und Fette, wie Olivenöl, Mandelöl, Weizenkeimöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sheabutter
  • Gelbildner, wie Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Alginate, Bentonit
  • Natürliche Feuchthaltefaktoren (NMF), wie Harnstoff, Milchsäure, Glycerin, Hyaluronsäure
  • Konservierungsstoffe, wie Parabene, Benzoesäure, Chlorhexidin
  • Antioxidantien, wie Vitamin E, Vitamin C, Butylhydroxytoluol
  • UV-Filter bzw. Mikropigmente, wie Benzophenone, Butyl Methoxydibenzoylmethan, Octocrylene, Titandioxid

Version 1, Stand 09/2017

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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