Kreislaufschwäche

1.0 Was bedeutet niedriger Blutdruck?

Ein niedriger Blutdruck (englisch: „low blood pressure, hypotension“) liegt vor, wenn der Blutdruck unter 110 / 60 mmHg liegt. Der medizinische Fachausdruck für niedrigen Blutdruck ist Hypotonie. Besonders häufig betroffen sind schlanke, junge Frauen, Kinder und Jugendliche im Wachstum, Schwangere und Senioren.
Bemerkbar macht sich der niedrige Blutdruck durch Schwindelgefühl, besonders morgens und wenn man schnell aufsteht. Es kann sogar vorkommen, dass man dabei ohnmächtig wird. Andere Anzeichen für niedrigen Blutdruck sind Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, kalte Hände und Füße, Blässe, Kopfschmerzen, Herzklopfen und ein hoher Puls.

1.1 Ist niedriger Blutdruck gefährlich?

Medizinisch gesehen ist niedriger Blutdruck im Gegensatz zu erhöhtem Blutdruck nicht gefährlich. Allerdings können die Symptome des niedrigen Blutdrucks im Alltag für den Betroffenen unangenehm und belastend sein. Wenn einem ausgerechnet beim Autofahren schwindelig und schwarz vor Augen wird, ergibt sich daraus situationsbedingt eine Gefahr.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Bei niedrigem Blutdruck in der Schwangerschaft
  • Bei akuten, starken Beschwerden
  • Wenn der niedrige Blutdruck eine Nebenwirkung ihrer Medikamente sein könnte. Bitte setzen Sie nie auf eigene Faust ein verordnetes Medikament ab oder ändern die Dosierung. Halten Sie immer zuerst Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt!

3.0 Warum tritt Kreislaufschwäche bzw. niedriger Blutdruck bei Hitze auf?

Bei heißem Sommerwetter und an schwül-warmen Tagen leiden besonders viele Menschen unter Kreislaufschwäche. Das hängt damit zusammen, dass bei Hitze die Blutgefäße erweitert sind. Es „versackt“ mehr Blut in den Venen und fehlt dann an anderen Stellen. Der Blutdruck sinkt. Das macht besonders den Menschen zu schaffen, die sowieso schon einen eher niedrigen Blutdruck haben. Als Gegenmaßnahmen sollte man viel trinken, die Venen durch heiß-kalte Wechselduschen trainieren und für regelmäßige Bewegung sorgen.

3.1 Warum kann in der Schwangerschaft der Blutdruck niedrig sein?

Durch eine Schwangerschaft ergeben sich viele Veränderungen im Körper. Auch das Herz-Kreislauf-System verändert sich. Es gehört zum normalen Schwangerschaftsverlauf, dass der Blutdruck anfangs sinkt. Der systolische Wert sinkt um etwa 5-10mm Hg, der diastolische Wert um 10-15 mmHg. Die Ursache dafür ist eine Weitstellung der Blutgefäße, dadurch versackt das Blut leicht in den Beinen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel steigt der Blutdruck dann wieder an. Bei jeder Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft wird der Blutdruck gemessen.

3.2 Warum wird mir beim Aufstehen schwindelig?

Beim schnellen Lagewechsel aus dem Liegen oder Sitzen zum Stehen kann es passieren, dass einem schwindelig und schwarz vor Augen wird. Das liegt daran, dass das Blut in den Beinen versackt. Bei niedrigem Blutdruck schafft der Körper es nicht schnell genug, den Kreislauf in Schwung zu bringen und genug Blut gegen die Schwerkraft in den Kopf und Oberkörper zu pumpen. Diese Beschwerden beim Aufstehen nennt man „Orthostatische Hypotonie“.

4. Ihr youpharm-Team empfiehlt:

Kinder (2 bis 6 Jahre alt):

Wenn ihr Kind Anzeichen von Kreislaufbeschwerden hat, gehen Sie bitte mit dem Kind zum Kinderarzt.

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Wenn ihr Kind Anzeichen von Kreislaufbeschwerden hat, gehen Sie bitte mit dem Kind zum Kinderarzt.

Teenager / Kinder in der Pubertät:

Bei Kindern und Jugendlichen in der Pubertät sind aufgrund von raschem Wachsen und durch die hormonelle Umstellung Kreislaufbeschwerden keine Seltenheit. Es kommt vor, dass den jungen Leuten beim Aufstehen schwindelig wird oder sie sogar ohnmächtig werden. Als Erste Hilfe Maßnahme lassen Sie das Kind ausgestreckt liegen und heben die Beine an. So kann mehr Blut aus den Beinen in den Körper zurückfließen und der Kreislauf kommt wieder in Schwung. Lassen Sie beim Kinderarzt bitte abklären, ob keine ernstere Erkrankung als Ursache in Frage kommt. Wenn sich dabei herausstellt, dass nur niedriger Blutdruck die Ursache ist, kann man vorbeugend ausreichend Wasser trinken und für regelmäßige Bewegung sorgen.

Erwachsene

Bevor Sie ein Medikament ausprobieren, sollten Sie es bei niedrigem Blutdruck zuerst mit physikalischen Maßnahmen versuchen. Das können zum Beispiel heiß-kalte Wechselduschen, Bürstenmassagen oder morgens vor dem Aufstehen „Radfahren“ mit den Beinen in der Luft sein. Nur wenn das alleine nicht ausreichend hilft, kann man eine medikamentöse Behandlung versuchen.

Herz-Kreislauftropfen können bei niedrigem Blutdruck und Kreislaufschwäche helfen. Die Tropfen enthalten die pflanzlichen Wirkstoffe Campher und Weißdorn. Man nimmt 10 Tropfen auf einem Stück Würfelzucker oder Brot. Wen der scharfe Geschmack nicht stört, der kann die Tropfen auch unverdünnt nehmen. Behalten Sie die Tropfen möglichst lange im Mund und atmen Sie dabei tief ein. So kann der Campher seine Wirkung am besten entfalten.

Eine andere Möglichkeit ist die Anwendung des Wirkstoffs Etilefrin. Etilefrin ist ein Sympathomimetikum. Es verengt die Blutgefäße und erhöht dadurch den Blutdruck. Erwachsene können dreimal täglich 10-20 Tropfen einnehmen. Patienten mit morgendlichem Schwindel nehmen die Tropfen am besten vor dem Aufstehen ein. Am späten Nachmittag oder Abend sollte man kein Etilefrin einnehmen, da die anregende Wirkung sonst das Einschlafen am Abend erschwert.

Homöopathie

Ein homöopathisches Mittel in Tropfenform kann gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden, die mit niedrigem Blutdruck einhergehen, eingesetzt werden. Erwachsene nehmen 1 bis dreimal täglich 5 Tropfen. Das Mittel enthält 49% Alkohol. Für Kinder unter 12 Jahren ist es nicht geeignet.
Zur Behandlung von nervös bedingten Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Nervosität, Herzklopfen, unruhiger Puls oder Herzangst kann man eine sanfte Einreibung der Herzgegend mit einer anthroposophischen Creme versuchen.

5. Zusätzliche Maßnahmen

  • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung. Das trainiert den Kreislauf. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Fahrradfahren, Wandern oder Joggen.
  • Bleiben Sie beim Aufstehen zuerst eine Weile auf der Bettkante sitzen.
  • Trinken Sie genug. Am Tag sollte man etwa zwei Liter Flüssigkeit trinken. Gut geeignet sind Wasser, Tee oder Saftschorle. Kaffee geht auch.
  • Kneippkuren und Wechselduschen (abwechselnd heißes und kaltes Wasser, immer mit einem kalten Guss aufhören) regen den Kreislauf an.

Version 1, Stand 03/2019

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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