Menstruationsbeschwerden

1. Was sind Menstruationsbeschwerden?

Von Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe) (englisch:menstrual pain, period pains) spricht man, wenn die Regelblutung mit Schmerzen verbunden ist. Kurz vor und in den ersten Tagen der Periode treten Unterleibsschmerzen auf. Die Schmerzen sind oft krampfartig. Zusätzlich können allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit, Kreuzschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall oder Schwindel auftreten.

Wichtig ist für alle Frauen, mindestens einmal im Jahr zum Frauenarzt zu gehen, um eine vorbeugende gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen.

2. Wann muss man zum Frauenarzt gehen?

  • Wenn die Blutung unregelmäßig ist (zu oft oder zu selten) oder ganz ausbleibt.
  • Wenn junge Mädchen unter 15 Jahren betroffen sind.
  • Wenn Sie bisher keine Probleme während der Periodenblutung hatten und plötzlich Schmerzen auftreten.
  • Wenn die Beschwerden ungewohnt stark sind oder sich im Verlauf von Wochen und Monaten verschlimmern.
  • Immer mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wenn sie keine Beschwerden spüren.

3. Welche nichtmedikamentösen Maßnahmen können bei Menstruationsbeschwerden helfen?

  • Legen Sie eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Bauch. Die Wärme entspannt und entkrampft. Für unterwegs oder tagsüber bei der Arbeit gibt es praktische Wärmeauflagen, die diskret unter der Kleidung getragen werden und nach der Aktivierung acht Stunden lang wohltuende Wärme abgeben.
  • Kamillentee wirkt krampflösend, Frauentee mit der Heilpflanze Gänsefingerkraut kann bei leichten schmerzhaften Regelbeschwerden eingesetzt werden. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse frisch aufgebrühten Tee. Das beruhigt und entspannt.
  • Sportarten wie Walken, Yoga, Gymnastik, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Durchblutung und können Regelbeschwerden vorbeugen, wenn man den Sport regelmäßig ausübt. Auch während der Regel kann Sport und sanfte Bewegung helfen, die Beschwerden zu lindern. Achten Sie auf Ihren Körper, dann spüren Sie welche Bewegung und wieviel davon ihnen gut tut.

4. Welche Medikamente sind zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden zugelassen?

Frauen im gebärfähigen Alter

 

Bei Regelschmerzen kann das Schmerzmittel Ibuprofen eingesetzt werden. Am besten nehmen Sie schon bei Beginn der Schmerzen das Schmerzmittel ein. Warten Sie nicht ab, bis die Schmerzen stark sind. Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren können 3 mal täglich 400mg Ibuprofen einnehmen. Für Patienten mit Asthma, erhöhter Blutungsneigung oder Magen-Darm-Geschwüren ist Ibuprofen nicht geeignet.

Ein weiteres geeignetes Schmerzmittel zur Behandlung von Regelschmerzen enthält den Wirkstoff Naproxen. Frauen und Mädchen ab 12 Jahren nehmen bei Auftreten der Regelschmerzen zwei Tabletten mit je 250mg Naproxen, die Tageshöchstdosis liegt bei drei Tabletten. Auch dieses Mittel ist für Patienten mit Asthma, erhöhter Blutungsneigung oder Magen-Darm-Geschwüren ungeeignet.

Bei krampfartigen Schmerzen kann eine Kombination aus dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid und dem Schmerzmittel Paracetamol eingesetzt werden. Sie können 3 mal täglich 1-2 Tabletten einnehmen, wobei zwischen den einzelnen Einnahmen ein Abstand von 8 Stunden liegen soll.

Eine pflanzliche Behandlung mit Mönchspfefferfrüchten (auch Keuschlammfrüchte genannt) kann die Regelblutung normalisieren und Beschwerden vorbeugen. Diese Heilpflanze beeinflusst den Prolaktinspiegel und hilft dadurch bei verschiedenen gynäkologischen Erkrankungen, z.B. auch bei unregelmäßiger Regelblutung oder prämenstruellem Syndrom (PMS). Dazu ist eine regelmäßige Einnahme von einer Tablette täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten erforderlich. Erst dann kann man beurteilen, ob die gewünschte Besserung eingetreten ist.

 

Homöopathie

Zur Behandlung von schmerzhaften Regelblutungen (Dysmenorrhoe) gibt es ein homöopathisches Mittel in Form von Globuli (kleine Zuckerkügelchen). Frauen und betroffene Mädchen ab 12 Jahren können ein bis fünfmal täglich 5-10 Globuli unter der Zunge zergehen lassen. Patienten, die eine Allergie gegen Bienegift haben, dürfen dieses Mittel nicht anwenden, weil es unter anderem aus Bienen zubereitet wird.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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