Nagelpilz

1.0 Was ist Nagelpilz?

Eine Pilzinfektion der Finger- oder Zehennägel bezeichnet man als Nagelpilz (englisch: nail fungus). Der medizinische Fachausdruck für diese Krankheit ist Onychomykose. Als Erreger kommen Dermatophyten (Fadenpilze), Hefepilze oder Schimmelpilze in Frage, also dieselben Pilzarten, die auch Fußpilz verursachen. Fußnägel sind häufiger befallen als Fingernägel, weil in Socken und Schuhen oft feuchtes Klima herrscht. Die Pilze mögen es feucht.

1.1 Wie sieht Nagelpilz aus?

Der befallene Nagel wird glanzlos und verfärbt sich gelblich, weiß oder braun. Der Nagel verdickt sich, kann bröckelig werden oder absplittern. Oft beginnt die Veränderung am vorderen Nagelrand und schreitet in Richtung Nagelwurzel voran.

2. Wann muss man mit Nagelpilz zum Hautarzt gehen?

  • Bei erstmaligem Auftreten von Nagelpilzsymptomen oder wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um Nagelpilz handelt.
  • Bei schwerem Nagelpilzbefall (es sind mehr als zwei Nägel betroffen, bei einem Nagel ist mehr als zwei Drittel der Nagelfläche erkrankt).
  • Wenn besondere Risikogruppen von Nagelpilz betroffen sind, wie Diabetiker, Patienten mit Durchblutungsstörungen oder mit Immunschwäche.
  • Wenn Kinder oder Schwangere betroffen sind.
  • Wenn trotz konsequenter Behandlung keine Besserung eintritt.

3.0 Muss Nagelpilz behandelt werden?

Ja, Nagelpilz sollte unbedingt behandelt werden. Ohne geeignete Behandlung schreitet die Pilzinfektion fort und kann schließlich den ganzen Nagel zerstören. Sie greift auch auf die Haut und andere Nägel über. Außerdem besteht für andere Menschen Ansteckungsgefahr.

3.1 Ist Nagelpilz ansteckend?

Ja, Nagelpilz ist ansteckend. Der Pilz kann durch direkten Hautkontakt auf andere Menschen übertragen werden. Aber auch über Gegenstände wie Handtücher, Socken, Schuhe, Nagelfeilen, Nagelscheren oder beim Barfußlaufen auf mit Pilzsporen verunreinigten Fußböden kann man sich anstecken.

3.2 An welchen Orten ist die Ansteckungsgefahr besonders groß?

Alle öffentlichen Orte, an denen barfuß gegangen wird, sind besonders gefährlich im Hinblick auf eine Ansteckung mit Fußpilz und Nagelpilz. Das betrifft zum Beispiel Hotelzimmer, Sportstätten Schwimmbäder, Saunen. Ein hohes Ansteckungsrisiko gibt es auch zu Hause, wenn ein Familienmitglied oder Mitbewohner betroffen ist.

3.3 Wie lange dauert die Behandlung von Nagelpilz?

Man sollte sich auf eine längere Behandlungsdauer im Bereich von mehreren Monaten bis zu einem Jahr einstellen. Wichtig ist, den Nagelpilz solange konsequent zu behandeln, bis der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist. Dabei ist zu beachten, dass Zehennägel langsamer wachsen als Fingernägel. Das bedeutet, dass die Behandlung von Nagelpilz am Fuß länger dauert als an den Händen.

4. Mit welchen Medikamenten kann Nagelpilz behandelt werden?

Kinder

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind Nagelpilz hat, gehen Sie bitte mit dem Kind zum Kinderarzt oder zum Hautarzt. Eine Selbstbehandlung ohne ärztliche Abklärung ist bei Kindern nicht ratsam.

Erwachsene

Mit hochkonzentrierten Harnstoff-Salben (20-40%) kann man von Pilzen befallen Nägel auflösen und anschließend das erkrankte Nagelmaterial entfernen. Diese Salbe wird messerrückendick auf den erkrankten Nagel aufgetragen. Darüber kommt ein abdichtendes Pflaster (Okklusivverband). Wenn das Pflaster nach ein bis fünf Tagen (je nach verwendetem Präparat) abgenommen wird, kann der bereits aufgelöste Teil des Nagels entfernt werden. Die Behandlung wird wiederholt, solange bis der befallene Teil des Nagels vollständig entfernt ist. Anschließend erfolgt eine antimykotische Behandlung. Bei der Nagelentfernung mit Harnstoff können leichte Schmerzen auftreten (bei ca. 20% der Patienten). Dennoch ist diese Methode schonender als das früher übliche Ziehen der Nägel.

Antimykotika sind Mittel, die Pilze bekämpfen. Zur Behandlung von Nagelpilz sind verschiedene Antimykotika zugelassen. Diese müssen in die Hornschicht des Nagels eindringen können. Bei Nagelpilz können Antimykotika in Form von wirkstoffhaltigem Nagellack, als Creme oder als Lösung (Flüssigkeit) eingesetzt werden. Für die Behandlung von Nagelpilz zugelassen sind Präparate mit den Wirkstoffen Ciclopirox, Amorolfin, Naftifin und Bifonazol kombiniert mit Harnstoff.

5. Zusätzliche Maßnahmen

Genau wie bei der Behandlung von Fußpilz sind auch beim Nagelpilz eine Reihe von Hygiene-Maßnahmen sinnvoll.

  • Strümpfe, Socken und Handtücher, mit denen die Füße abgetrocknet werden müssen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, noch besser als Kochwäsche. Wäscheteile, die nicht so heiß gewaschen werden dürfen, können mit pilzabtötendem Waschzusatz gewaschen werden. Verwenden kann man zum Beispiel Canesten Hygiene Wäschespüler oder Sagrotan Wäsche Hygienespüler .
  • Schuhe mit pilzabtötendem Desinfektionsmittel behandeln. Anschließend gut trocknen lassen. Verwenden kann man dafür zum Beispiel Sagrotan med. Sprühdesinfektion oder Pedesin-N Schuhdesinfektionsspray
  • Fußböden, besonders im Badezimmer, wo man barfuß läuft, gründlich reinigen unter Verwendung von pilzabtötenden Desinfektionsmitteln. Ebenso die Dusche und Badewanne reinigen.

Version 1, Stand 03/2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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