Ohrenschmerzen

1. Was sind Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen (englisch: earache) können verschiedene Ursachen haben. Oft steckt eine Enzündung des Mittelohrs oder des äußeren Gehörganges dahinter. Aber auch durch Druckunterschiede bei Flugzeugreisen oder beim Tauchen kann es zu Ohrenschmerzen kommen. Die Schmerzen können sehr stark werden und auch mit einer Beeinträchtigung des Hörvermögens einhergehen.
Kleinkinder können oft noch nicht genau äußern, dass sie Ohrenschmerzen haben. Sie klagen möglicherweise über „Bauchschmerzen“, sind weinerlich, schütteln den Kopf und zupfen sich immer wieder am Ohr. Mittelohrentzündungen kommen bei Kindern deutlich häufiger vor, als bei Jugendlichen und Erwachsenen. Das liegt daran, dass der Verbindungsgang zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr (Ohrtrompete, Eustachische Röhre) bei Kindern noch eng und kurz ist und bei den im Kindesalter häufigen Erkältungen leicht zuschwillt. Dann findet kein Druckausgleich zum Mittelohr mehr statt und es kann sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln. Wenn Kinder unter zwei Jahren Ohrenschmerzen haben, sollte man unbedingt zum Kinderarzt oder HNO-Arzt gehen!

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Bei Kindern unter zwei Jahren
  • Bei hohem Fieber (über 39°C)
  • Wenn die Ohrenschmerzen länger als zwei Tage dauern oder schlimmer werden.
  • Bei Ausfluss aus dem Ohr (das Trommelfell kann beschädigt sein).
  • Bei plötzlich eintretender Hörminderung, Ohrgeräuschen oder Schwindel (Verdacht auf einen Hörsturz).
  • Bei Nackensteife oder Erbrechen (Verdacht auf Meningitis).
  • Bei schmerzenden Schwellungen hinter dem Ohr
  • wenn Druck auf den äußeren Gehörgang starke Schmerzen verursacht (Verdacht auf eine Gehörgangsentzündung)

3.0 Warum kann bei Ohrenschmerzen die Anwendung von Nasentropfen sinnvoll sein?

Abschwellende Nasentropfen lassen die zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung angeschwollene Schleimhaut im Nasen-Rachenraum wieder abschwellen. Dadurch wird der Verbindungsgang zum Mittelohr (Ohrtrompete, Eustachische Röhre) freigehalten.So kann Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen und ein Druckausgleich stattfinden. Oft führt das schon zu einer Besserung der Beschwerden. Wenn Sie Ohrenschmerzen haben, tropfen Sie bitte 2-3 mal täglich abschwellende Nasentropfen in die Nase. Lassen Sie die Nasentropfen bei zurückgelegtem Kopf möglichst weit in die Nase hineinlaufen.

3.1 Was ist bei der Anwendung von Ohrentropfen zu beachten?

  • Ohrentropfen sind nur bei Entzündungen des äußeren Gehörganges sinnvoll, da sie nur im äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell wirken.
  • Wenn das Trommelfell verletzt ist, dürfen auf keinen Fall Ohrentropfen verwendet werden.
  • Vor der Anwendung werden Ohrentropfen erwärmt, indem man die Flasche eine Weile in der warmen Hand hält.

3.2 Warum bekommt man beim Fliegen Ohrenschmerzen?

Bei Reisen im Flugzeug leiden viele Menschen unter Druckgefühl in den Ohren bzw. unter Ohrenschmerzen. Der Grund dafür ist ein Problem mit dem Druckausgleich. In der Flugzeugkabine ändert sich beim Steigflug (Start) und beim Sinkflug (Landung) der Luftdruck. Der Druck im Mittelohr muss sich erst an den Luftdruck im Flugzeug angleichen. Dieser Druckausgleich kann nur über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre, Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachenraum) erfolgen. Beim Gähnen oder Kauen kann sich dieser Verbindungsgang öffnen und der Druckunterschied ausgeglichen werden. Dann lässt auch das Druckgefühl auf den Ohren nach.
Was kann man gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen tun?
Versuchen Sie, durch Gähnen oder Schluckbewegungen den Druck auszugleichen. Vorbeugend kann man auch beim Start und bei der Landung Kaugummi kauen.
Hilfreich ist auch das sogenannte Valsalva-Manöver. Dabei hält man die Nase zu, schliesst den Mund und atmet kräftig aus. Es entsteht ein Überdruck im Rachenraum, der helfen kann, die Ohrtrompete zu öffnen.
Wer erkältet ist, sollte eine halbe Stunde vor dem Start abschwellende Nasentropfen in die Nase geben. Die Schleimhaut im Nasenrachenraum schwillt dadurch ab und ein Öffnen der Eustachischen Röhre wird erleichtert. Bei längeren Flügen nimmt man die Nasentropfen noch einmal eine halbe Stunde vor der Landung.
Bei Kindern ist das Risiko, beim Fliegen Ohrenschmerzen zu bekommen, höher als bei Erwachsenen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind bei Start und Landung nicht schläft. Babys kann man bei Start und Landung Füttern bzw. Stillen. Die Schluckbewegungen erleichtern dann den Druckausgleich.

4. Welche Medikamente können bei Ohrenschmerzen eingesetzt werden?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

 

Wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat, gehen Sie bitte mit dem Kind zum Kinderarzt oder zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Treten die Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung auf, dann können Sie Ihrem Kind 2-3 mal täglich abschwellende Nasentropfen in die Nase tropfen oder sprühen. Dadurch schwillt die Schleimhaut im Nasen-Rachenraum ab und der Verbindungsgang zum Mittelohr (Ohrtrompete, Eustachische Röhre) wird freigehalten. So kann Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen und ein Druckausgleich stattfinden. Dadurch lassen auch die Ohrenschmerzen nach!

Zusätzlich können die Schmerzen mit einem schmerzstillenden Saft bekämpft werden. Der Wirkstoff Ibuprofen hat den Vorteil, dass er neben der Schmerzlinderung auch eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Ohrentropfen sind nur bei Entzündungen des äußeren Gehörganges sinnvoll, da sie nur im äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell wirken. Wenn das Trommelfell verletzt ist, dürfen auf keinen Fall Ohrentropfen verwendet werden! Vor der Anwendung werden Ohrentropfen erwärmt, indem man die Flasche eine Weile in den warmen Händen hält.

 

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat, gehen Sie bitte mit dem Kind zum Kinderarzt oder zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Treten die Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung auf, dann können Sie Ihrem Kind 2-3 mal täglich abschwellende Nasentropfen in die Nase tropfen oder sprühen. Dadurch schwillt die Schleimhaut im Nasen-Rachenraum ab und der Verbindungsgang zum Mittelohr (Ohrtrompete, Eustachische Röhre) wird freigehalten. So kann Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen und ein Druckausgleich stattfinden. Dadurch lassen auch die Ohrenschmerzen nach!

Zusätzlich können die Schmerzen mit einem schmerzstillenden Saft bekämpft werden. Der Wirkstoff Ibuprofen hat den Vorteil, dass er neben der Schmerzlinderung auch eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Ohrentropfen sind nur bei Entzündungen des äußeren Gehörganges sinnvoll, da sie nur im äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell wirken. Wenn das Trommelfell verletzt ist, dürfen auf keinen Fall Ohrentropfen verwendet werden! Vor der Anwendung werden Ohrentropfen erwärmt, indem man die Flasche eine Weile in den warmen Händen hält.

 

Erwachsene

 

Wenn Sie Ohrenschmerzen haben, tropfen Sie bitte 2-3 mal täglich abschwellende Nasentropfen in die Nase. Lassen Sie die Nasentropfen bei zurückgelegtem Kopf möglichst weit in die Nase hineinlaufen. Dadurch schwillt die Schleimhaut im Nasen-Rachenraum ab und der Verbindungsgang zum Mittelohr (Ohrtrompete, Eustachische Röhre) wird freigehalten. So kann Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen und ein Druckausgleich stattfinden. Dadurch lassen auch die Ohrenschmerzen nach!

Zusätzlich können die Schmerzen mit einem Schmerzmittel zum Einnehmen bekämpft werden. Die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure und Ibuprofen haben den Vorteil, dass sie neben der schmerzstillenden auch eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Ohrentropfen sind nur bei Entzündungen des äußeren Gehörganges sinnvoll, da sie nur im äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell wirken. Wenn das Trommelfell verletzt ist, dürfen auf keinen Fall Ohrentropfen verwendet werden! Vor der Anwendung werden Ohrentropfen erwärmt, indem man die Flasche eine Weile in den warmen Händen hält.

 

Homöopathie

 

Zur Behandlung von Mittelohrentzündung, Ohrenschmerzen, Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit als Folge von Verschleimung des Rachens (Erkältung) gibt es ein homöopathisches Mittel. Es handelt sich um Tropfen zum Einnehmen. Bei akuten Zuständen nimmt man alle halbe bis ganze Stunde, jedoch höchstens zwölfmal täglich die folgende Anzahl von Tropfen ein:

Erwachsene: 12–15 Tropfen

Kinder von 6 bis 12 Jahren: 5-10 Tropfen

Kleinkinder von 2 bis 6 Jahren: 4-7 Tropfen

Auch Kinder unter zwei Jahren und sogar Säuglinge dürfen das Mittel bekommen, allerdings erst nach Rücksprache mit dem Kinderarzt.

Bei chronischen Beschwerden nimmt man die oben genannte Anzahl von Tropfen 1-3mal täglich.

Das Mittel enthält produktionsbedingt Alkohol, wobei die aufgenommene Menge bei ordnungsgemäßer Anwendung nur gering ist. Die Tropfen können auch mit Wasser, Saft oder Tee gemischt eingenommen werden.

 

5. Wie wendet man ein Zwiebelsäckchen an?

Ein altes Hausmittel zur Linderung von Ohrenschmerzen ist das

Zwiebelsäckchen (Zwiebelwickel):

Schälen Sie eine Zwiebel und schneiden Sie die Zwiebel klein. Wickeln Sie die Zwiebelstückchen in ein Tuch (z:B: ein Herrentaschentuch, Waschlappen, alte Baumwollsocke). Sie können das Säckchen auf der Heizung oder über Wasserdampf erwärmen. Man kann das Zwiebelsäckchen aber auch kalt auflegen. Der Patient legt sich mit dem kranken Ohr nach oben auf die Seite. Das Zwiebelsäckchen wird auf das Ohr gelegt und bei Bedarf mit einem Schal oder Stirnband befestigt. Prüfen Sie bei einem warmem Säckchen vor dem Auflegen unbedingt, ob es nicht zu heiß ist! Das Zwiebelsäckchen kann eine halbe Stunde auf dem Ohr bleiben. Wiederholen Sie die Behandlung mehrmals täglich. Bei rechtzeitiger Anwendung kann die Zwiebel mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung die Ohrenschmerzen lindern.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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