Prämenstruelles Syndrom (PMS)

1. Was ist das prämenstruelle Syndrom?

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) (englisch: premenstrual syndrome, premenstrual dysphoric disorder = PMDD) tritt bei betroffenen Frauen in der zweiten Zyklushälfte auf. Die zweite Zyklushälfte beginnt mit dem Eisprung etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung. Beim Einsetzen der Blutung oder kurz danach hören die Beschwerden wieder auf. Das PMS kann sich mit sehr vielen verschiedenen Beschwerden äußern. Betroffene Frauen leiden unter körperlichen Symptomen wie Spannen in den Brüsten, Völlegefühl, Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme und Schwellung durch Wassereinlagerung (Ödeme) an Augen, Händen oder Füßen. Es treten auch emotionale Probleme auf, z.B. Stimmungsschwankungen, Nervosität, Gereiztheit, Angst oder sogar Depressionen. Außerdem kann es zu Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Heißhunger auf Süßes kommen. Die Ursache für PMS sind die Hormonveränderungen während des Regelzyklus.

Wichtig ist für alle Frauen, mindestens einmal im Jahr zum Frauenarzt zu gehen, um eine vorbeugende gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen.

2. Wann muss man zum Frauenarzt gehen?

  • Wenn die Blutung unregelmäßig ist (zu oft oder zu selten) oder ganz ausbleibt.
  • Wenn junge Mädchen unter 15 Jahren betroffen sind.
  • Wenn die Beschwerden beim Einsetzen der Regelblutung nicht besser werden.
  • Wenn die Beschwerden ungewohnt stark sind oder sich im Verlauf von Wochen und Monaten verschlimmern.
  • Immer mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wenn sie keine Beschwerden spüren.

3. Welche Hausmittel kann man zur Linderung bzw. Vorbeugung von PMS versuchen?

  • Legen Sie eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Bauch. Die Wärme entspannt und entkrampft. Für unterwegs oder tagsüber bei der Arbeit gibt es praktische Wärmeauflagen, die diskret unter der Kleidung getragen werden. Sie geben nach der Aktivierung acht Stunden lang wohltuende Wärme ab.
  • Kamillentee wirkt krampflösend. Frauentee mit der Heilpflanze Gänsefingerkraut kann auch bei leichten schmerzhaften Regelbeschwerden eingesetzt werden. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse frisch aufgebrühten Tee. Das beruhigt und entspannt.
  • Leichte Ausdauersportarten wie Walken, Spazierengehen, Gymnastik, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Durchblutung und können PMS und Regelbeschwerden vorbeugen, wenn man den Sport regelmäßig ausübt. Auch während der Regel kann Sport und sanfte Bewegung helfen, die Beschwerden zu lindern. Achten Sie auf Ihren Körper, dann spüren Sie welche Bewegung und wieviel davon ihnen gut tut.
  • Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können Ihnen helfen, wenn Sie unter Stress und Nervosität leiden. So können Sie das innere Gleichgewicht wiederfinden.

4. Welche Medikamente sind zur Behandlung von PMS-Beschwerden geeignet?

Frauen im gebärfähigen Alter

 

Zur Behandlung der Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen eignen sich Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Bitte achten Sie darauf, nicht öfter als an 10 Tagen im Monat Schmerzmittel einzunehmen.

Bei krampfartigen Schmerzen hilft eine Kombination aus dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid und dem Schmerzmittel Paracetamol. Sie können 3 mal täglich 1-2 Tabletten einnehmen, wobei zwischen den einzelnen Einnahmen ein Abstand von 8 Stunden liegen soll.

Gegen Schwellungen durch Wassereinlagerung helfen pflanzliche Entwässerungsmittel. Heilpflanzen wie Birke, Hauhechel, Brennessel, Schachtelhalm, Goldrute oder Gartenbohnenhülsen erhöhen die Harnmenge, wodurch überschüssiges Wasser aus dem Körper ausgeschieden wird. Es gibt Zubereitungen dieser Pflanzen zum Einnehmen. Aber auch als Tee zubereitet können entwässernde Heilpflanzen gegen Wassereinlagerungen helfen.

Eine pflanzliche Behandlung mit Mönchspfefferfrüchten (auch Keuschlammfrüchte genannt) kann die Regelblutung normalisieren und Beschwerden vorbeugen. Diese Heilpflanze beeinflusst den Prolaktinspiegel und hilft dadurch bei verschiedenen gynäkologischen Erkrankungen, z.B. auch bei unregelmäßiger Regelblutung oder prämenstruellem Syndrom (PMS). Dazu ist eine regelmäßige Einnahme von einer Tablette täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten erforderlich. Erst dann kann man beurteilen, ob die gewünschte Besserung eingetreten ist.

Gegen Nervosität und Schlafstörungen können Heilpflanzen wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse eingesetzt werden. Sie können fertige Zubereitungen zum Einnehmen verwenden oder Teemischungen einsetzen.

Bei leichten Depressionen und Stimmungsschwankungen helfen Johanniskrautpräparate. Wichtig ist hier eine regelmäßige Einnahme. Johanniskrautpräparate können die Wirkung der Anti-Baby-Pille abschwächen. Wenn Sie mit der Pille verhüten, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, bevor Sie Johanniskraut anwenden. Bei schwereren Depressionen ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung nötig.

 

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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