Prellung, Bluterguss

1.0 Was ist eine Prellung?

Eine Prellung (englisch:“contusion, bruise“) ist eine geschlossene Verletzung, das heißt, die Haut ist unverletzt und es tritt kein Blut nach außen aus. Prellungen entstehen zum Beispiel durch einen Sturz (Treppe runtergefallen), durch Stöße und Schläge (Gewalt), oder durch Zusammenstöße (Arm gegen den Tisch geschlagen). Dabei wird das Unterhautfettgewebe und die Muskulatur gequetscht und verletzt. Es kommt zu Schwellungen und Schmerzen. Wenn Blutgefäße beschädigt werden, tritt auch ein Bluterguss auf. Das Fachwort für eine Prellung ist Contusion.

1.1 Was ist ein Bluterguss?

Ein Bluterguss (englisch:“bruise, haematoma“) entsteht, wenn durch Schlag oder Stoß Blutgefäße unter der Haut verletzt werden. Auch als Folge von Operationen können Blutergüsse auftreten. Es tritt Blut ins Gewebe aus. Man sieht einen farbigen Fleck unter der Haut. Die Färbung ändert sich im Lauf der Zeit (rot, blau, braun, grün, gelb), weil das Hämoglobin abgebaut wird. Der Bluterguss kann auch mit Schwellung und Schmerzen verbunden sein. Das Fachwort für einen Bluterguss ist Hämatom.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Immer bei einem Unfall durch einen schweren Sturz oder starke Gewalteinwirkung.
  • Bei großflächigen Prellungen oder Blutergüssen
  • Wenn die Prellung beziehungsweise der Bluterguss im Bereich von Brust, Bauch, Intimbereich oder am Kopf auftritt
  • Patienten, bei denen eine erhöhte Blutungsgefahr vorliegt (Bluterkrankheit, Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten)
  • Wenn die Beschwerden im Gelenkbereich auftreten und dadurch die Beweglichkeit eingeschränkt ist

3.0 Warum sind Prellungen so schmerzhaft?

Eine Prellung kann sehr schmerzhaft sein. Das liegt daran, dass der Bluterguss bzw. die Schwellung einen Druck auf das umliegende Gewebe ausübt. Dieser Druck verursacht Schmerzen. Besonders schmerzhaft sind wohl Prellungen unmittelbar in der Nähe von Knochen.

3.1 Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei einer Prellung sinnvoll?

  • Ruhigstellen und Hochlagern: Wenn die Prellung beim Sport passiert ist, legen Sie eine Pause ein. Lagern Sie das betroffene Bein oder den Arm hoch. Belasten Sie die betroffene Körperstelle nicht.
  • Kühlen: So schnell wie möglich sollte man mit dem Kühlen der geprellten Stelle beginnen. Die Kälte zieht die Blutgefäße zusammen. Dadurch tritt weniger Blut aus. Die Schwellung wird verringert. Man kann zum Kühlen wiederverwendbare Kühlpäckchen benutzen. Diese Päckchen muss man vorher im Kühlschrank oder Tiefkühlfach aufbewahren. Zum Schutz der Haut vor zu starker Kälte legt man ein Tuch dazwischen. Auch ein Beutel mit zerstoßenem Eis kann zum Kühlen benutzt werden. Für unterwegs oder beim Sport gibt es Kältesofortkompressen für den Einmalgebrauch oder Kältespray.
  • Druckverband: Legen Sie mit einer elastischen Binde einen Verband um das betroffen Bein oder den Arm. Der Verband soll einen leichten Druck ausüben. Dadurch wird der Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe verringert und die Schwellung wird nicht so schlimm.

3.2 Wie lange sollte man sich schonen?

Nach einer Prellung sollte man das betroffene Körperteil eine Weile schonen. Also beim Sport eine Trainingspause von circa fünf Tagen einlegen und noch länger auf Dehnübungen im betroffenen Bereich verzichten. Denn wenn die geprellte Stelle direkt wieder belastet wird, können sich die Gefäßschäden und die Schwellung verschlimmern.

4. Ihr youpharm-Team empfiehlt:

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Weil Kinder gerne wild spielen und toben, sind Verletzungen keine Seltenheit.
Bei unklaren Verletzungen und nach Unfällen lassen Sie Ihr Kind bitte immer ärztlich untersuchen.
Zur Behandlung von Prellungen und Verstauchungen gibt es eine Schmerzsalbe, welche die Heilpflanze Beinwell enthält. Die Beinwellpflanze wirkt entzündungshemmend und verbessert die Heilung von Gewebeschäden. Bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren wird die Schmerzsalbe dreimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen.
Wenn die Prellung sehr weh tut, können Sie Ihrem Kind Paracetamol oder Ibuprofen geben. Als Saft können diese beiden Schmerzmittel altersgerecht dosiert werden.

Erwachsene

Im Anschluss an die Erste-Hilfe-Maßnahmen (siehe 3.1) können Prellungen mit schmerzstillendem und entzündungshemmendem Diclofenac-Gel behandelt werden. Das Gel wirkt beim Auftragen angenehm kühl. Auch ein Schmerzgel mit dem Wirkstoff Ibuprofen wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend und kann bei Prellungen eingesetzt werden.
Wer gerne ein pflanzliches Mittel benutzen möchte, kann bei Prellungen eine Schmerzsalbe mit dem Extrakt der Beinwellwurzel anwenden. Die einheimische Heilpflanze Beinwell hat eine lange Tradition bei der äußerlichen Behandlung von Verletzungen. Sie wirkt gegen Entzündungen und fördert die Heilung der Gewebeschäden.
Auch die Arnikapflanze hat sich in der äußerlichen Behandlung von stumpfen Verletzungen sehr bewährt. Geeignete Salben, Cremes und Tinkturen auf Basis von Arnika sind in Apotheken erhältlich. Arnika bekämpft die Entzündung und verbessert die Wundheilung. Es können allerdings allergische Reaktionen vorkommen.
Wenn die Prellung schmerzhaft ist, können auch Schmerzmittel in Tablettenform eingenommen werden. Geeignet sind zum Beispiel die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol.
Bei Blutergüssen kann auch Heparin hilfreich sein. Es beschleunigt den Abbau von oberflächlichen Blutergüssen. Ein Heparin-Gel wirkt beim Auftragen kühlend. Eine Heparin-Salbe ist bei trockener Haut besser geeignet.

Homöopathie

Zur Behandlung von stumpfen Verletzungen wie Prellungen und Blutergüssen kann man auch ein homöopathisches Mittel in Form von Creme oder Tabletten einsetzen. Die Creme wird 1-3 mal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Von den Tabletten lässt man dreimal täglich eine im Mund zergehen.

5. Zusätzliche Maßnahmen

Zur Vorbeugung von Sportverletzungen Schutzkleidung tragen (Helm, Arm- oder Beinschoner je nach Sportart)

Version 1, Stand 09/2018

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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