Sonnenschutz

1. Warum muss man sich vor der Sonne schützen?

Das Sonnenlicht enthält Strahlung mit unterschiedlichen Wellenlängen. Schützen muss man sich besonders vor der Ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung). Denn die UV-Strahlung schadet unserer Haut. Sie verursacht Sonnenbrand, Hautalterung und bösartigen Hautkrebs (malignes Melanom). Aber auch die Infrarotstrahlung (IR-A) dringt in die Haut ein und lässt sie schneller altern.
Jeder Sonnenbrand schädigt die Haut nachhaltig und erhöht das Risiko, später einmal an Hautkrebs zu erkranken!

1.0 Eigenschutzzeit:

Dieser Wert gibt an, nach welcher Zeit die Haut sich rötet und geschädigt wird, wenn man in die Sonne geht, ohne sich mit Sonnencreme zu schützen.

1.1 Lichtschutzfaktor (LSF):

Diese Zahl auf der Sonnencreme-Packung gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit durch das Eincremen mit der Sonnencreme verlängert. Beispiel: bei einer Eigenschutzzeit von 20 min verlängert eine Sonnencreme mit LSF 15 den Zeitraum, den man in der Sonne bleiben kann, um das 15fache (20 min x 15 = 300 min).

1.2 Hauttypen

  • Typ I, Keltischer Typ: empfindlichster Hauttyp, sehr helle Haut, Sommersprossen, blondes oder rotes Haar, blaue oder grüne Augen, wenig Bräunung, bekommt schnell Sonnenbrand, oft schon nach 10 Minuten in der prallen Sonne
  • Typ II, Germanischer Typ: empfindlich, helle Haut, Sommersprossen können vorkommen, blondes Haar, blaue oder grüne Augen, wenig Bräunung, bekommt leicht Sonnenbrand, Eigenschutzzeit in der Sonne circa 20 Minuten
  • Typ III, Mischtyp: helle Haut ohne Sommersprossen, braunes oder dunkelblondes Haar, braune oder graue Augen, gute Bräunung, selten Sonnenbrand, Eigenschutzzeit bis zu 30 Minuten
  • Typ IV, Mediterraner Typ: hat von selbst schon eine braune Haut, dunkelbraune oder schwarze Haare, braune Augen, rasche Bräunung, bekommt nur nach starker Bestrahlung Sonnenbrand, Eigenschutzzeit 45-60 Minuten

1.3 Sonnenallergie

Die korrekte Bezeichnung lautet polymorphe Lichtdermatose. Der umgangssprachliche Begriff Sonnenallergie ist irreführend, weil es sich nicht um eine Allergie im klassischen Sinne handelt. Die Haut reagiert in krankhafter Form auf Bestrahlung mit UVA-Licht. Wenige Stunden bis einige Tage nach der Sonnenbestrahlung tritt juckender Hautausschlag auf. Der kann von Patient zu Patient unterschiedlich aussehen. Manche bekommen eine Hautrötung, andere bekommen Bläschen, Knötchen, nässenden Hautausschlag oder Hautverdickung.
Behandlung: Vermeiden der Sonne, dadurch heilt die Haut in ein paar Tagen vollständig ab. Gegen den Juckreiz kann man sogenannte Antihistaminika einsetzen, entweder äußerlich als Gel oder bei schwerem Juckreiz als Tabletten zum Einnehmen. Bei der Einnahme von Antihistaminika ist zu beachten, dass Müdigkeit auftreten kann und die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.
Vorbeugung: Langsames Gewöhnen an die Sonne. Eventuell vorbereitende UVA-Bestrahlung, am besten beim Hautarzt (Phototherapie). Feste UV-Schutz-Kleidung (normale, dünne Kleidung lässt UVA-Strahlen durch). Sonnenschutzmittel mit Breitbandfilter verwenden.

1.4 Mallorca-Akne

Die Mallorca-Akne ist eine krankhafte Reaktion der Haut auf UV-Licht. An Schultern, Dekolletė und am Hals treten kleine, juckende Hautflecken, Knötchen oder Bläschen auf. Meist tritt die Mallorca-Akne beim ersten längeren Sonnenkontakt im Frühjahr auf. Mit zunehmender Hautbräunung bessert sich die Mallorca-Akne. Wichtig ist, trotzdem ein Sonnenschutzmittel zu verwenden. Es gibt hautfreundliche Produkte für besonders empfindliche Haut, die hier gut geeignet sind. Gegen den Juckreiz kann man kühlendes Gel mit einem Antihistaminikum als Wirkstoff einsetzen. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, sich im Frühling langsam an die Sonne zu gewöhnen.

1.5 Phototoxische Reaktion

Einige Medikamente oder Pflanzen können bei gleichzeitigem Kontakt mit Sonnenlicht starke Hautschäden auslösen. Schon bei geringer Lichteinstrahlung kann es dann zu starkem Sonnenbrand, Hautausschlag, Juckreiz und Brennen kommen. Beispiele für Medikamente mit phototoxischen bzw. photosensibilisierenden Eigenschaften sind Isotretinoin, Tetracycline, Sulfonamide und Johanniskrautpräparate. Wer ein solches Medikament einnehmen muss, sollte die Sonnen meiden und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
Eine besonders gefährliche Pflanze ist der Riesen-Bärenklau. Wenn man diese Pflanze entfernen möchte, sollte man unbedingt Schutzkleidung und Handschuhe tragen.

2. Wann muss man zum Hautarzt gehen?

  • Wenn ein sehr starker Sonnenbrand auftritt, der größere Hautflächen betrifft, Blasen bildet oder mit Fieber einhergeht.
  • Bei Verdacht auf einen Sonnenstich (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Ohrgeräusche, Nackenschmerzen).
  • Bei Verdacht auf eine phototoxische Reaktion (durch Medikamente oder Pflanzen im Zusammenspiel mit Sonnenlicht aufgelöst)
  • Wenn Hautflecken (Muttermale) sich verändern (Verdacht auf Hautkrebs).

3. Ihr youpharm-Team empfiehlt:

Die Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist zunächst einmal der Hauttyp, der die individuelle Empfindlichkeit gegenüber der Sonne festlegt. Dann spielt auch das Lebensalter eine Rolle. Kinder haben eine dünnere, empfindlichere Haut als Erwachsene. Daher bekommen sie leichter einen Sonnenbrand und brauchen Sonnenschutzmittel mit höherem Lichtschutzfaktor als Erwachsene. Wichtig sind auch Wetter und Jahreszeit. An bedeckten Tagen braucht man weniger Sonnenschutz als an sonnigen Tagen. Im Winter ist die Sonneneinstrahlung geringer als im Sommer. Trotzdem braucht man auch beim Wintersport Sonnenschutz, weil der Schnee das Licht reflektiert und verstärkt. Auch der Ort, an dem man sich aufhält, spielt eine große Rolle. Je näher man dem Äquator kommt, desto mehr Sonnenschutz ist nötig. In den Bergen und am Meer braucht man mehr Schutz als in anderen Gegenden. Dann ist auch noch die Tageszeit zu berücksichtigen. Mittags ist die Sonnenstrahlung am gefährlichsten.

Säuglinge und Kleinkinder

 

Säuglinge dürfen gar nicht der direkten, starken Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Suchen Sie für Ihr Kind im Kinderwagen an heißen Tagen immer einen Platz im Schatten.

Cremen Sie Ihr Kind an allen unbedeckten Hautstellen gründlich ein, und verwenden Sie einen hohen Lichtschutzfaktor. Kinderhaut ist im Vergleich zu Erwachsenenhaut dünner und hat weniger Eigenschutz gegenüber dem Sonnenlicht. Wer keine chemischen Lichtfilter verwenden möchte, kann eine Creme einsetzen, die ausschließlich mineralische Micropigmente als Lichtschutzmittel enthält.

 

Kinder

 

Cremen Sie Ihr Kind an allen unbedeckten Hautstellen gründlich ein, und verwenden Sie einen hohen Lichtschutzfaktor. Kinderhaut ist im Vergleich zu Erwachsenenhaut dünner und hat weniger Eigenschutz gegenüber dem Sonnenlicht. Wer keine chemischen Lichtfilter verwenden möchte, kann eine Creme einsetzen, die ausschließlich mineralische Micropigmente als Lichtschutzmittel enthält.

 

Erwachsene

 

Wählen Sie je nach Hauttyp und Reiseziel ein geeignetes Sonnenschutzmittel aus. Wir beraten Sie dazu gerne persönlich in unserer Apotheke. Nehmen Sie im Zweifel lieber einen höheren Lichtschutzfaktor.

 

Sonnenschutz von Innen

 

Um die Haut auf die Sonne vorzubereiten, kann man eine Kombination aus Calcium und den antioxidativen Vitaminen E,C und Betacarotin einnehmen. Es gibt genau diese Wirkstoffkombination als Brausetabletten. Besonders für lichtempfindliche Personen mit heller Haut oder Neigung zu Sonnenallergie lohnt sich eine solche Vorbeugung. Wichtig ist, schon zwei Wochen vor dem ersten Sonnenbad mit der Einnahme zu beginnen und durchgehend 1-2 Brausetabletten am Tag zu trinken. Dieser Sonnenschutz von innen ist kein Ersatz für das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln, sondern eine ergänzende und unterstützende zusätzliche Maßnahme.

 

After-Sun-Pflege

 

Auch bei richtigem Sonnenschutz strengt ein Sonnenbad die Haut an. Die Haut wird trocken und braucht jetzt spezielle Pflege, die Feuchtigkeit zuführt und die Haut beruhigt. Das Algenenzym Photolyase kann sogar sonnenbedingte Zellschäden reparieren. Das kühlende Pflegefluid ist angenehm aufzutragen und zieht schnell ein.

 

4. Sonnenbrand

Wenn trotzdem mal ein Sonnenbrand auftritt, hilft als erste Maßnahme kühlen mit feuchten Tüchern oder kaltem Wasser. Bei starken Schmerzen kann ein Schmerzmittel wie Ibuprofen eingenommen werden, welches auch die Entzündungsreaktion bremst. Eine andere Möglichkeit zur Behandlung von Sonnenbrand ist ein cortisonhaltiges Spray. Es ist geeignet für Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 6 Jahren. Einmal täglich kann man die Haut damit einsprühen.
Zum Einreiben gibt es auch kühlendes, juckreizstillendes Gel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika.
Ein kühlendes Schaumspray lindert die Schmerzen und befeuchtet die Haut. Der darin enthaltene Wirkstoff Dexpanthenol fördert die Heilung der wunden Haut. Die Anwendung ist schmerzfrei, da das Mittel nur aufgesprüht wird und ohne Einreiben in die Haut einzieht.

5.0 Wie cremt man sich richtig ein?

  • Tragen Sie die Sonnencreme auf bevor Sie in die Sonne gehen (ca. 20 min. vorher).
  • Nehmen Sie genügend Creme, tragen Sie lieber etwas mehr auf als zuwenig. Als Faustregel gilt, bei jedem Eincremen eine Menge von 25 bis 30 ml Sonnencreme zu verwenden.
  • Sonnencreme nicht zu feste einreiben, sondern gleichmäßig auftragen und verstreichen
  • Nach dem Baden neu eincremen, auch bei wasserfesten Produkten
  • Bei längerem Aufenthalt in der Sonne zwischendurch neu eincremen. Achtung: die Schutzzeit (Eigenschutz x LSF) wird dadurch nicht verlängert!

5.1 Zusätzliche Maßnahmen

  • Meiden Sie die Mittagshitze. Zwischen 11 und 15 Uhr strahlt die Sonne am intensivsten. Nutzen Sie die Mittagszeit für eine Ruhepause in kühlen Räumen oder im Schatten oder erledigen Sie Arbeiten, die drinnen getan werden können.
  • Trinken Sie genügend Wasser.
  • Tragen Sie luftige, leichte Kleidung. Spezielle UV-Schutz-Kleidung bietet den besten Schutz und ist besonders für Kinder und die sehr sonnenempfindlichen Personen mit Hauttyp I sinnvoll.
  • Setzen Sie einen Sonnenhut auf.
  • Denken Sie auch daran, die Augen zu schützen. Tragen Sie eine hochwertige Sonnenbrille.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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