Verstopfung

1. Wann liegt eine Verstopfung vor?

Eine Verstopfung (englisch:constipation) liegt vor, wenn der Stuhlgang seltener als alle drei Tage erfolgt, der Stuhl hart ist, der Stuhlgang beschwerlich ist und festes Pressen zur Stuhlentleerung nötig ist.
Ursachen für eine akute, kurzfristige Verstopfung können Bewegungsmangel z.B. aufgrund einer Erkrankung, Kostumstellung z.B. bei einer Diät, Änderung der Lebensbedingungen, Reisen oder Flüssigkeitsmangel sein.
Auch nach Operationen im Analbereich kann Verstopfung auftreten.
Während der Schwangerschaft leiden viele Frauen aufgrund der Hormonumstellung unter hartnäckiger Verstopfung.
Einige Medikamente können als Nebenwirkung Verstopfung verursachen. Das betrifft starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate, Diuretika, Antidepressiva und viele andere Medikamente.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Bei hartnäckiger Verstopfung in der Schwangerschaft suchen Sie bitte Ihren Frauenarzt auf.
  • Wenn akute starke Beschwerden vorliegen wie starkes Druckgefühl,Schmerzen im Unterleib, Übelkeit oder Erbrechen.
  • Wenn die Verstopfung als Nebenwirkung von Medikamenten auftritt, die Sie dauerhaft einnehmen müssen. Setzen Sie bitte nicht eigenmächtig Ihre Medikamente ab, sondern sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt über das Problem. In solchen Fällen kann auch die Dauereinnahme von Abführmitteln als Begleittherapie notwendig und sinnvoll sein.
  • Wenn Babys oder Kleinkinder unter Verstopfung leiden. Bei älteren Kindern ist es sinnvoll, zum Kinderarzt zu gehen, wenn das Kind länger als drei Tage keinen Stuhlgang hatte oder immer wieder unter Verstopfung leidet. Wenn starke Bauchschmerzen hinzukommen, gehen Sie bitte sofort mit Ihrem Kind zum Kinderarzt.

3. Was ist bei Kindern zu beachten?

Es gibt keine feste Regel, wie oft Kinder Stuhlgang haben sollten. Manche Kinder müssen zweimal am Tag, andere nur jeden zweiten oder dritten Tag. Das ist dann ganz normal und muss nicht behandelt werden. Nur wenn der Stuhl hart und trocken ist, seltener als alle drei Tage entleert wird und Ihr Kind über Schmerzen beim Stuhlgang klagt, weil es so feste pressen muss, liegt eine Verstopfung vor.
Häufig ist eine ungünstige Ernährung mit zuviel Süßigkeiten und zuwenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukten die Ursache der Verstopfung. Achten Sie daher auf eine gute, ausgewogene Ernährung für Ihr Kind.
Auch eine zu geringe Trinkmenge kann zu Verstopfung führen. Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren sollten mindestens 700-800 ml am Tag trinken, das sind vier Gläser Wasser. Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren sollten mindestens einen Liter am Tag trinken, das entspricht fünf Gläsern Wasser.
Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihr Kind genügend Möglichkeiten hat, sich zu bewegen. Körperliche Bewegung unterstützt eine geregelte Darmfunktion.

4. Welche Medikamente sind zur Behandlung von Verstopfung geeignet?

Kinder (2 bis 6 Jahre alt)

Ein geeignetes Mittel bei akuter Verstopfung sind glycerinhaltige Zäpfchen. Diese weichen den harten Stuhl im Enddarm auf. Nach 60 bis 90 Minuten erfolgt dann der Stuhlgang. Das Mittel ist sanft und gut verträglich, weil es nur im Enddarm wirkt.

Schulkinder (älter als 6 Jahre)

Ein geeignetes Mittel bei akuter Verstopfung sind glycerinhaltige Zäpfchen. Diese weichen den harten Stuhl im Enddarm auf. Nach 60 bis 90 Minuten erfolgt dann der Stuhlgang. Das Mittel ist sanft und gut verträglich, weil es nur im Enddarm wirkt. Führen Sie 1-2 Zäpfchen in den Enddarm ein, aber nicht besonders tief.

Erwachsene

Zur Behandlung von akuter Verstopfung eignen sich glycerinhaltige Zäpfchen. Diese weichen den harten Stuhl im Enddarm auf. Nach 60 bis 90 Minuten erfolgt dann der Stuhlgang. Das Mittel ist sanft und gut verträglich, weil es nur im Enddarm wirkt. Erwachsene führen 1-2 Zäpfchen in den Enddarm ein.

Zur kurzfristigen Behandlung, z.B. wenn man auf Reisen zu Verstopfung neigt, sind Tabletten mit dem Wirkstoff Bisacodyl geeignet. Es gibt kleine Packungen mit 20 Tabletten, die im Gepäck nicht viel Platz wegnehmen. Erwachsene nehmen bei akuter Verstopfung 1-2 Tabletten ein. Nehmen Sie die Tabletten am besten abends vor dem Schlafengehen ein, denn es dauert ca. 6-12 Stunden bis die Wirkung eintritt. Man kann dann also morgens zur Toilette gehen.

Patienten mit chronischer Verstopfung können eine langfristige Behandlung mit Quellstoffen versuchen. Diese Quellstoffe gelangen unverdaut in den Darm, binden dort Wasser und quellen auf. So erhöht sich das Stuhlvolumen, es wird ein Dehnungsreiz auf die Darmwand ausgeübt. Dadurch wird der Stuhlgang ermöglicht. Die Behandlung sollte schrittweise zuerst mit kleinen Portionen, die sich langsam steigern, begonnen werden. Dadurch kann der Darm sich besser an die Quellmittel gewöhnen. Wenn man plötzlich mit großen Portionen anfängt, kann es zu Blähungen und Bauchweh kommen. Damit Quellmittel gut wirken können, muss unbedingt genug Flüssigkeit getrunken werden (2 Liter am Tag)! Quellmittel mit niedrigem bis mittleren Quellvermögen sind Weizenkleie, Leinsamen und Haferkleie. Ein Quellmittel mit hohem Quellvermögen sind Flohsamenschalen, das sind Schalen von pflanzlichen Samen.

Was kann man sonst noch gegen Verstopfung tun?

  • Unterdrücken Sie den Stuhlgang nicht, sondern gehen Sie direkt zur Toilette, wenn Sie den Drang dazu verspüren. Lassen Sie sich Zeit auf der Toilette.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Pro Tag sollten Sie 2-3 Liter Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser, Tee oder Saftschorle trinken.
  • Sorgen Sie für regelmäßige körperlichen Bewegung. Das kann Sport sein, aber auch Spazierengehen kann schon dazu beitragen den Darm in Schwung zu bringen.
  • Ballaststoffe in der Ernährung sorgen für eine gute Füllung des Darms und können Wasser im Darm binden. Das erleichtert eine regelmäßige Verdauung. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
  • Bauchmassage (Kolonmassage): sanfter Druck und Streichbewegungen mit den Händen auf der Bauchdecke in Richtung des Kolonverlaufs (Kolon = Dickdarm). Das heißt, man fängt rechts unten an, streicht nach oben, dann seitwärts von rechts nach links und links von oben nach unten. Die Massage sollte im Liegen und in einer ruhigen Umgebung erfolgen. Man kann eine solche Bauchmassage ruhig regelmäßig durchführen.
  • Hausmittel zur Behandlung von Verstopfung sind Sauerkrautsaft, Pflaumensaft oder eingeweichte Trockenpflaumen.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

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