Wadenkrämpfe

1.0 Was sind Wadenkrämpfe?

Bei einem Wadenkrampf (englisch: „cramp in the calf“) wird die Muskulatur der Wade plötzlich unwillkürlich angespannt und nicht wieder entspannt. Der Muskel fühlt sich hart an. Das passiert oft bei sportlicher Überlastung. Viele Menschen haben aber auch nachts Wadenkrämpfe. Durch den starken Schmerz wacht man dabei auf. Meist geht der Krampf nach kurzer Zeit wieder vorbei (nach wenigen Minuten). Dehnübungen oder sanfte Massagen der verhärteten Muskulatur können im Akutfall helfen.

1.1 Warum treten Wadenkrämpfe bei Diabetes auf?

Diabetiker sind häufig von Wadenkrämpfen betroffen. Als Ursachen dafür kommen Störungen im Elektrolythaushalt, Durchblutungsstörungen, diabetesbedingte Nervenschäden oder Überlastung der Muskeln in Frage. Eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte hilft Elektrolytstörungen zu vermeiden. Denn bei erhöhten Blutzuckerwerten scheidet der Körper vermehrt Magnesium und Kalium über die Nieren aus, es kann zu Mangelzuständen kommen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über die Wadenkrämpfe, wenn Sie als Diabetiker davon betroffen sind!

1.2 Warum leiden Frauen in der Schwangerschaft häufig unter Wadenkrämpfen?

Schwangere Frauen leiden häufig unter Wadenkrämpfen, die besonders nachts auftreten. Grund dafür ist unter anderem ein erhöhter Magnesiumbedarf (laut deutscher Gesellschaft für Ernährung 310 mg Magnesium täglich). Zur Vorbeugung empfiehlt sich eine magnesiumreiche Ernährung. In Absprache mit dem Frauenarzt kann auch ein Magnesiumpräparat eingenommen werden. Es sollte beim Frauenarzt abgeklärt werden, ob keine Thrombose oder Venenentzündung vorliegt. Für diese Erkrankungen sind Schwangere nämlich besonders gefährdet. Verdächtig sind vor allem Beschwerden, die nur einseitig an einem Bein vorkommen oder mit Schwellung und Rötung einhergehen.

1.3 Warum bekommt man beim Joggen oder beim Fußball Wadenkrämpfe?

Sportler sind besonders gefährdet für Muskelkrämpfe. Ursache hierfür ist oft eine Überlastung der Muskeln durch zu intensives Training oder zu schnelle Trainingssteigerung. Aber auch Dehydrierung durch starkes Schwitzen und zu geringe Trinkmenge kann zu Krämpfen führen, genauso wie Verschiebungen im Elektrolythaushalt. Um das zu vermeiden, können Sie zum Beispiel isotonische Sportgetränke verwenden. Wenn beim Sport ein Muskelkrampf auftritt, sollten Sie sofort pausieren, den betroffenen Muskel dehnen und dann ein paar Lockerungsübungen anschließen. Außer der Wade können auch andere Körperstellen von solchen Krämpfen betroffen sein, wie Oberschenkel oder Arme (beim Tennis).

1.4 Warum treten Wadenkrämpfe häufig bei älteren Menschen auf?

Ältere Menschen leiden im Vergleich zu Jüngeren häufiger unter Wadenkrämpfen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen wird beim Älterwerden die Muskelmasse weniger, es sei denn, man steuert mit Sport gezielt dagegen an. Die Muskeln verkürzen sich auch. Viele ältere Menschen trinken nicht genug. Flüssigkeitsmangel und Veränderungen im Elektrolythaushalt können zu Krämpfen führen.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Wenn die Krämpfe häufig bzw. regelmäßig auftreten.
  • Bei starken oder extrem schmerzhaften Krämpfen.
  • Wenn der Krampf sich nicht lösen lässt, auch nicht durch Dehnen oder Massage.
  • Wenn Sie wegen nächtlichen Krämpfen nicht gut schlafen können und dadurch ihre Lebensqualität beeinträchtigt wird.
  • Wenn Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Lähmungen des Beines hinzukommen, müssen Sie sofort zum Arzt!

3. Wie kann man den Krampf lösen?

Um den Wadenkrampf zu lösen, dehnen Sie den Wadenmuskel. Dazu stemmt man die Ferse in den Boden und zieht die Zehen nach oben. Sie können auch im Liegen die Zehen nach oben in Richtung Knie ziehen und dabei die Ferse von sich weg strecken.
Auch eine sanfte Massage kann den Krampf lösen, weil durch das Massieren die Durchblutung verbessert und die Muskulatur gelockert wird.

4. Wie kann man Wadenkrämpfen vorbeugen?

  • Wer unter nächtlichen Wadenkrämpfen leidet, kann versuchen, vor dem Schlafengehen regelmäßig Dehnübungen durchzuführen.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge, besonders beim Sport!
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und vollwertig.
  • Trinken Sie mineralstoffreiches Wasser.
  • Eine vorbeugende Wirkung von Magnesium bei Wadenkrämpfen ist nicht eindeutig bewiesen. Nur bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft ist eine Wirkung von Magnesium anerkannt. Ein Behandlungsversuch mit Magnesium lohnt sich dennoch, da bei üblicher Dosierung und normaler Nierenfunktion kein Risiko davon ausgeht.

5. Welche Lebensmittel sind reich an Magnesium?

  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornflocken (in Müsli), ungeschälter Reis, Vollkornnudeln
  • Nüsse , Körner und Samen wie Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Sesam
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Erbsen
  • Obst wie Bananen, Feigen, getrocknete Aprikosen, Datteln
  • Magnesiumreiches Mineralwasser (mit mehr als 100mg Magnesium pro Liter)

Version 1, Stand 2016

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Karin Krümmel wenden.

Unsere Produkt-Empfehlungen