Zeckenschutz

Zeckenschutz

1. Was sind Zecken?

Zecken (englisch: ticks) gehören zu den Spinnentieren, daher haben sie acht Beine. Es gibt verschiedene Zeckenarten. Die bekannteste Zeckenart in Deutschland ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Zecken klettern auf Gräser, Kräuter oder Sträucher und warten dort auf einen Wirt (Tier oder Mensch). Meist befinden sie sich in niedriger Höhe von 10-50 cm über dem Boden. Maximal können sie bis 1,5 m hoch klettern. Sie springen nicht, sondern lassen sich fallen, wenn sie einen Wirt riechen. Man muss also unmittelbaren Kontakt zu dem jeweiligen Gebüsch haben, um eine Zecke abzustreifen. Wenn die Zecke auf einem Wirt gelandet ist, krabbelt sie zuerst eine Weile über die Haut, um eine passende Stelle zum Stechen zu suchen. Man hat also nach einem Waldspaziergang noch eine Chance, die Zecke zu finden, bevor sie zusticht. Zecken brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Daher ist ein kurzgeschnittener Rasen in der Sonne relativ sicher. Mögliche Plätze für Zecken sind Wegränder und Unterholz im Wald, schattige Gebüsche und Stellen unter Bäumen in Gärten und Parks. Die Zecken selber sind nicht gefährlich, aber sie übertragen gefährliche Krankheitserreger.

2. Wann muss man zum Arzt gehen?

  • Wenn Teile der Zecke in der Wunde geblieben sind und es eitert.
  • Wenn nach einem Zeckenstich an der Einstichstelle eine ringförmige Rötung auftritt. Diese so genannte Wanderröte kann sich ausbreiten und die Stelle wechseln. Es ist ein Hinweis auf eine Ansteckung mit Borreliose. In diesem frühen Stadium kann die Krankheit gut mit Antibiotika behandelt werden.
  • Wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen lassen Sie sich und ihre Kinder regelmäßig gegen FSME impfen. Wenn Sie eine Reise in ein FSME-Risikogebiet planen, gehen Sie rechtzeitig vorher zum Arzt, um sich impfen zu lassen. Mindestens drei Wochen Vorlauf sind für die Impfung nötig. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de) finden Sie eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland.

3.0 Wie beugt man Zeckenbissen vor?

  • Bleiben Sie beim Wandern und Spazierengehen auf den Wegen. Gehen Sie nicht ins Unterholz oder durch hohes Gras.
  • Tragen Sie feste, geschlossene Schuhe.
  • Die Kleidung sollte den Körper bedecken. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken. Helle Kleidung erleichtert das Auffinden von Zecken, weil die Zecken dunkel sind.
  • Verwenden Sie zeckenabwehrende Sprays oder Einreibemittel (Repellenzien) an den freien Körperstellen.
  • Suchen Sie den gesamten Körper nach Zecken ab, wenn Sie vom Spazieren, Wandern oder von der Gartenarbeit nach Hause kommen. Das ist besonders bei Kindern wichtig, weil sie beim Spielen oft die Wege verlassen. Meist saugen sich die Zecken am Kopf, am Hals, unter den Armen, in der Leistengegend oder in den Kniekehlen fest.

3.1 Wie entfernt man eine Zecke?

  • Entfernen Sie die Zecke sofort, nachdem Sie sie entdeckt haben. Wenn die Zecke länger Zeit zum Saugen hat, kann sie mehr Krankheitserreger übertragen.
  • Versuchen Sie nicht, die Zecke mit Öl, Klebstoff oder anderen Mitteln zu behandeln. Dabei bekommt die Zecke Todesangst und gibt viel Speichel in die Saugwunde ab. Dadurch steigt das Risiko, sich mit Krankheiten anzustecken.
  • Benutzen Sie zum Entfernen der Zecke eine spitze Pinzette, eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte.
  • Fassen Sie die Zecke unterhalb des Kopfes möglichst nah an der Haut.
  • Achten Sie gut darauf den Hinterleib der Zecke nicht zu drücken oder zu quetschen. Sonst können mehr Krankheitserreger in die Wunde gelangen.
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug (also nicht ruckartig) gerade heraus.
  • Desinfizieren Sie die Stichwunde, nachdem die Zecke entfernt ist.

3.2 Was ist FSME?

Die FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) ist eine Viruserkrankung, die von Zecken übertragen wird. Die Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können daher unmittelbar nach Beginn des Saugens schon übertragen werden. Nur in bestimmten Gebieten Deutschlands, den FSME-Risikogebieten, kommen FSME-Viren in Zecken vor. Die Risikogebiete liegen überwiegend in Süddeutschland. Es gibt eine wirksame Schutzimpfung gegen FSME. Im Erkrankungsfall gibt es keine spezifische Therapie gegen die FSME-Viren. Es ist nur eine symptomatische Behandlung möglich. Die Krankheit verläuft in zwei Stadien. Stadium I beginnt 7-14 Tage nach der Ansteckung und ähnelt einer Sommergrippe. Der Patient hat Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einigen Patienten ist die Krankheit danach überstanden, bei den anderen folgt nach 1-3 fieberfreien Wochen das Stadium II mit Befall des Zentralen Nervensystems. Es kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auftreten mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. In schwereren Fällen kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), dann können zusätzlich Bewusstseins-, Sprach- oder Schluckstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Zittern und Lähmungen auftreten. Die Beschwerden können über einen längeren Zeitraum anhalten, heilen aber meist vollständig wieder ab. Leider sterben 0,5-2% der Erkrankten mit ZNS-Beteilung.

3.3 Was ist Borreliose?

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die von Zecken übertragen wird. Der Krankheitserreger ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Diese Bakterien leben im Darm der Zecke. Die Übertragung auf den Menschen beginnt erst, nachdem die Zecke eine ganze Zeit lang (bis zu mehrere Stunden) gesaugt hat. Eine schnelle Entfernung der Zecke kann also unter Umständen eine Infektion mit Borreliose verhindern. In ganz Deutschland können Zecken mit Borrelien vorkommen. Es gibt keine Schutzimpfung gegen Borreliose. Eine Behandlung mit Antibiotika ist möglich. Die Krankheit verursacht im Frühstadium (Stadium I) unspezifische Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Ein charakteristisches Symptom ist die Wanderröte. Das ist eine ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle, die sich ausbreitet. Sie tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auf. Die Wanderröte tritt nicht bei jedem auf, der sich mit Borreliose angesteckt hat. Im Frühstadium ist eine Behandlung mit Antibiotika am erfolgreichsten, deswegen sollten Sie bei dem Verdacht auf Borreliose unbedingt direkt zum Arzt gehen. Das Stadium II beginnt Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich. Es können dabei verschiedene Beschwerden auftreten. Häufig sind starke, brennende Schmerzen im Bereich der Einstichstelle sowie Lähmungen. Es können auch Gesichtslähmungen, Hirnhautentzündung oder Herzbeschwerden auftreten. Das chronische Spätstadium (Stadium III) tritt Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich auf. Es handelt sich dabei überwiegend um Gelenkentzündungen, oft am Kniegelenk aber auch an allen möglichen anderen Gelenken. Im Spätstadium ist die Behandlung mit Antibiotika schwieriger und muss über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

3.4 Brauchen auch Haustiere wie Hund und Katze einen Zeckenschutz?

Wenn Ihre Haustiere draussen frei herumlaufen dürfen, sollten Sie auch Ihre Tiere vor Zeckenstichen schützen. Für Hunde gibt es eine Borreliose-Schutzimpfung (für Menschen gibt es eine solche Schutzimpfung leider noch nicht). Zum Fernhalten von Zecken kommen Schutzhalsbänder oder Spot-on-Präparate zum Auftropfen auf das Nackenfell in Frage. Aber Vorsicht: manche Zeckenmittel für Hunde sind für Katzen giftig! Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt über den geeigneten Zeckenschutz für Ihr Tier beraten.
Wichtig ist auf jeden Fall, das Tier nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen. Wenn Sie eine Zecke entdecken, sollte diese schnellstmöglich entfernt werden. Hierbei ist eine Zeckenkarte, Pinzette oder Zeckenzange nützlich.

Version 1, Stand 11/2015

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Cornelius Schwandt wenden.

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